Bahnhofsumbau lässt weiter auf sich warten Politik setzt Bahn unter Druck

Hösel · Wilhelm Droste und Claudia Schlottmann fordern von der Bahn den schnellen Umbau der Station. Hösel.

 Es bleibt dabei: Der Vorplatz in Hösel wird von der Stadt ab Herbst neu gestaltet. Die Bahn hat noch keinen neuen Zeitplan.

Es bleibt dabei: Der Vorplatz in Hösel wird von der Stadt ab Herbst neu gestaltet. Die Bahn hat noch keinen neuen Zeitplan.

Foto: RP/Joachim Preuß

An fast jedem Tag auf dem Weg zur und von der Arbeit ärgert sich Dr. Wihelm Droste, ehemaliger CDU-Landtagsabgeordneter für Ratingen und Heiligenhaus, über die S-Bahn. Der treue S6-Kunde hat zum dortigen Bahnhof eine ganz besondere Beziehung: Immer wieder hatte er sich für mehr Pünktlichkeit der Züge und für die seit vielen Jahren nötige Sanierung der Station eingesetzt. Noch im Februar hatte ihm NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst (CDU) in einem Schreiben versichert, der Bahnhof werde in diesen Sommerferien komplett saniert. Bekanntlich hatte die Bahn über die Ausschreibung aber kein Unternehmen gefunden und musste die Bauarbeiten kurzfristig absagen. Das nachzuvollziehen fällt Droste aber nach eigenem Bekunden „sehr schwer“. Er befürchtet Schlimmes.

In einem Brandbrief an seinen Parteikollegen machte er jetzt seinem Unmut Luft. Die Nachricht der Bahn sei mehr als ernüchternd. Und: „Die Bahn als bundesweiter Auftraggeber für Neubau-, Renovierungs- und Instandhaltungsmaßnahmen, mit einem Etat über viele Millionen Euro wird doch wohl eine Unternehmung finden, die bisher für sie gearbeitet hat und auch in Zukunft für sie arbeiten möchte.“ Droste betont, dass die Sanierung ausschließlich im Verantwortungsbereich der Bahn liege: Er bezeichnet es als „Unvermögen“, dass die Komplett-Sanierung nicht zeitgerecht erfolge. Mehr noch: Droste befürchtet, dass die Angelegenheit nun „auf die ganz lange Bank geschoben“ werde.

Die Befürchtung ist nicht unberechtigt: Denn nach Angaben eines Bahnsprechers auf eine RP-Anfrage dauere die Planung für die dafür nötige Sperrpause bis zu drei Jahre. Bei der Vorstellung der Gleisbauarbeiten hieß es in dieser Woche von der Bahn, dass man an einem neuen Zeitplan arbeite. Wegen der engen Vorgaben, zum Beispiel bei den Arbeitszeiten, sei die Bahn generell ein „schwieriger“ Auftraggeber. Die Ausschreibung solle verändert werden.

Droste bittet seinen Parteikollegen, sich dringend der Sache anzunehmen. Er hoffe, „dass die Autorität Ihres Amtes als Verkehrsminister und Ihrer Person dazu beitragen kann, das Projekt so zeitnah wie möglich zu verwirklichen“. Er erinnerte den Minister an ein persönliches Gespräch, in dem er bereits geschildert habe, dass sich die Station „in einem erbärmlichen Zustand“ befinde: „Der Bahnhofsvorplatz verkommt von Zeit zu Zeit zu einem Müllplatz, und die Bahnunterführung, der Weg zum anderen Gleis, ist aus Gründen, die geschmacklos, aber leicht vorstellbar sind, eine Zumutung.“ Besonders am Zaun zur Außengastronomie des Irish Pub sammelt sich dieser Tage der Dreck. Übrigens direkt neben einem der High-tech-Mülleimer der Stadt.

Immerhin: Die Stadt hält an ihren Plänen fest, den Vorplatz inklusive Busbahnhof in Angriff zu nehmen. „Für uns hat sich bisher nichts geändert, wir wollen ab Herbst dort den Busbahnhof bauen“, so Dirk Winkelmann vom Tiefbauamt. Nur auf die Fahrstühle müssen die Kunden nun weiter warten, denn die will die Bahn bauen. Besonders ärgerlich sei es, so Droste, dass der Bahnhofsumbau der eigentliche Grund für die wochenlange Streckensperrung gewesen sei. Die erneute Sperrung sei „Zeit- und Geldverschwendung“.

Auch Claudia Schlottmann, CDU-MdL aus Hilden, mahnte die „dringend notwendige Modernisierung des Bahnhofs Hösel“ an. Konzernbevollmächtigter Lübberink habe die Wichtigkeit des Projektes erkannt und versuche die Modernisierung mit Hochdruck neu zu terminieren, so Schlottmann.