Ratingen: Heinrich-Schmitz-Schule stärkt Kinderrechte

Ratingen: Auf dem Weg zur Kinderrechtsschule

Ein Projekt an der Heinrich-Schmitz-Schule soll die Rechte der Kinder mehr im Schulalltag verankern.

Die Durchführung des Projektes, das durch das “buddY-Programm“ (siehe Infobox) begleitet wird, bedeutet natürlich nicht, dass die Rechte der Kinder an der Lintorfer Grundschule bisher missachtet werden. So gibt es beispielsweise einen Klassenrat, der Dinge beschließt, die die ganze Schule betreffen, wenn diese von einem Sprecher in das Schülerparlament eingebracht werden. Die Klassenlehrkraft ist als stimmberechtigtes Mitglied anwesend.

“Im pädagogischen Alltag ist ein Umdenken erforderlich. Die Kinder wachsen in einer Welt mit einer ständigen Veränderungsdynamik auf“, erklärte Schulleiterin Britta Brockmann. „Gerade im Bereich der Berücksichtigung des Kinderwillens nach Paragraph 12 der UN Kinderrechtskonventionen wird deutlich, dass eine konzeptionelle Verankerung von Mitbestimmungsmöglichkeiten wichtig ist, um zu einer kontinuierlichen Weiterentwicklung demokratischer Fähigkeiten und der Persönlichkeitsbildung der Kinder beizutragen.“

Um sich konsequent auf den Weg zu einer Kinderrechteschule zu machen, hatte die Schulkonferenz beschlossen, sich im Rahmen des „buddY-Programms“ professionell begleiten zu lassen. So wird sich ein

  • Pro und Kontra : Gehören Kinderrechte ins Grundgesetz?

Team von vier Personen (Schulleitung, Lehrkräfte, OGATA-Leitung) innerhalb eines Jahres durch regionale Grundschultrainings ausbilden lassen, um die Strukturen als Multiplikatoren in die Schulgemeinde zu

transportieren.

Doch zuerst einmal war es wichtig, die Kinderrechte, deren Entstehungsgeschichte und ihre Relevanz für den Umgang mit Kindern allgemein kennen zu lernen. Eine Gruppe von 30 Personen, bestehend aus Lehrkräften, Sozialpädagogen, Schulsozialarbeitern, Mitarbeitern der Übermittagsbetreuung und der Offenen Ganztagsschule sowie Elternvertretern trafen sich daher zu der Auftaktveranstaltung, die zahlreiche konstruktive Momente hervorgebracht und ein Zeichen für den Wunsch nach einer gemeinsamen Entwicklung gesetzt hat. „Diese Beteiligung aller an unserer Schule Aktiven war grundlegend und gefordert, da es darum ging, die Kinderrechte als Grundlage beziehungsweise Rahmen für eine ganzheitliche Schulentwicklung auf eine möglichst breite Basis zu stellen. Dabei war neben allgemeinen Bereichen für unsere alltäglichen Situationen besonders wichtig zu erarbeiten, dass verschiedene Kinderrechte auch miteinander in Konkurrenz treten können“, sagte Brockmann. Als Beispiel gab sie das Recht zur Mitbestimmung und das auf Gesundheit an. Die Kinder hätten sicherlich gerne eine Woche lang Pommes mit Ketchup zu Essen, doch dem widerspricht das Recht auf gesundes Leben, das die verantwortlichen Erwachsenen wahren müssen. “Es geht nicht um ,laissez faire‘, sondern darum, dem Kind mit seine Bedürfnissen als Subjekt zu begegnen und seinen Bedürfnissen eine Stimme zu geben, es ernst zu nehmen und abzuwägen, wann und wie diese berücksichtigt werden können. In der Runde am Freitag wurde ein pädagogischer Paradigmenwechsel erarbeitet, auf dessen Grundlage wir „Schätze“ unserer pädagogischen Arbeit geborgen haben, die gezeigt haben, dass wir in vielen Bereichen entsprechend der Kinderrechte arbeiten“, sagte die Schulleiterin.

(isf)
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