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Ratingen: Geschäfte öffnen am Samstag wieder, Schulen am Mittwoch

Corona-Lockerungen im Kreis Mettmann : Handel startet Samstag, Schule Mittwoch

Die Inzidenz im Kreis Mettmann sinkt weiter. Auch der Corona-Ausbruch in zwei Velberter Hochhäusern treibt den Wert nicht so weit in die Höhe, dass die lang ersehnten Lockerungen ausbleiben müssen.

Einzelhandel und Schulen bereiten sich auf Lockerungen vor, die bereits in wenigen Tagen greifen könnten – wenn denn die Inzidenz weiter unter den kritischen Werten von 150 (für den Handel) und 165 (für die Schulen) bleibt und nicht durch einen neuen Corona-Ausbruch wieder über diese Werte steigt. Eine Befürchtung hat sich nicht bewahrheitet: In den beiden Velberter Hochhäusern (wir berichteten) sind laut Kreis weitere sieben Menschen positiv getestet worden, was die Gesamtzahl auf 26 nachweislich Infizierte erhöht. Das hat jedoch keine großen Auswirkungen auf die Inzidenz im Kreis. Ein Überblick über die wichtigsten Fragen.

Wann öffnet der Einzelhandel wieder?

Rein rechnerisch können die Geschäfte am Samstag wieder öffnen. „Wir erwarten eine entsprechende Allgemeinverfügung am Donnerstag“, erklärte ein Kreissprecher. Diese ist notwendig, um offiziell festzustellen, dass die Inzidenz im Kreis Mettmann stabil unter einem Inzidenz-Wert von 150 liegt. Erst danach können Lockerungen verkündet werden.

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„Das ist eine gute Nachricht“, so Bernd Schultz von der Werbegemeinschaft Citykauf in Ratingen, der befürchtete, dass die beiden Velberter Hochhäuser in Quarantäne die Inzidnz für den gesamten Kreis Mettmann wieder in die Höhe treiben würden (die RP berichtete). „Wir sind darauf vorbereitet, ab Samstag wieder Click & Meet anbieten zu können.“

Bei aller Freude über die bevorstehenden Lockerungen gibt er aber auch zu bedenken, dass diese sich branchenspezifisch unterschiedlich auswirken. Während einige Branchen ihre Geschäfte mit Click & Meet (Einkaufen nach verabredetem Termin) durchaus ankurbeln können, würde dies zum Beispiel dem Modehandel nur wenig helfen. Viele Einzelhändler hätten in den vergangenen Monaten unter dem Wirrwarr an Verordnungen gelitten, so Schultz. So sei der Buchhandel bundesweit den Lebensmittelhändlern gleichgestellt worden, kam aber in der Coronaschutzverordnung Nordrheinwestfalens gar nicht vor.

„Wir werden auf jeden Fall weiter mit aller gebotenen Vorsicht agieren“, kündigt Schultz an. Citykauf setze langfristig eher auf einen Erfolg bei den Impfungen als auf schwankende Inzidenzen. Dennoch werden die Ratinger Händler alles daransetzen, einen Einkauf im Rahmen der Coronaschutzverordnung möglich zu machen. „Wieder Leben in die Stadt zu bekommen, wäre schön“, so Schultz. Er hofft: „Vielleicht kann über Pfingsten auch die Außengastronomie wieder öffnen.“

 Welche Regeln gelten dann?

In den Geschäften herrscht Maskenpflicht, und es dürfen sich nur eine an der Quadratmeterzahl orientierte Menge an Kunden im Geschäft aufhalten. Einlass erhält nur, wer einen aktuellen, negativen Coronatest, einen vollständigen Impfschutz oder eine überstandene Infektion nachweisen kann. 

Wann kehren die Schulen zum Präsenzunterricht zurück?

Am Mittwochvormittag hat der Kreis laut eigener Aussage die Allgemeinverfügung erhalten, in der eine stabile Inzidenz unter 165 attestiert wird. „Ab Mittwoch nach Pfingsten können die Schulen wieder in den Präsenzunterricht wechseln“, erklärt ein Kreissprecher – auch wenn die Zahlen wieder moderat stiegen. Von der Lösung „Wechselunterricht“ gingen Ratinger Schulleiter wie Andrea El Sherif (Weizsäcker-Gymnasium) und Uwe Florin (Bonhoeffer-Gymnasium) bereits aus. „Nur das grüne Licht vom Kreis muss definitiv da sein.“ Dann greifen Pläne, die schon für die Zeit nach den Osterferien fix und fertig waren. Florin aber hält es nicht für völlig ausgeschlossen, das „Dienstag nach Pfingsten eine neue Ansage kommt“. Denn man wisse nicht, wie sich etwaige Kurzurlaube auf die Inzidenzzahlen auswirken könnten.

Wann endet das Wechselmodell?

Am Mittwoch hat NRW-Regierungschef Armin Laschet bekannt gegeben, dass alle Schüler ab dem 31. Mai landesweit wieder Präsenzunterricht erhalten. Das gelte für alle Schulformen und bei einer stabilen Sieben-Tage-Inzidenz unter 100. Unklar war, ob dafür die NRW-Inzidenz oder der lokale Wert als Grundlage dient. „Wir gehen davon aus, dass die Inzidenzen in Kreisen und Städte ausschlaggebend sein werden“, erklärt ein Kreissprecher. Um unter eine Inzidenz von 100 zu fallen, müssten die Neuinfketionen im Kreis Mettmann theoretisch im Durchschnitt auf unter 70 pro Tag zurückgehen. Am Mittwoch waren es 81 Neumeldungen.

Woran liegt der Rückgang der Infektionszahlen im Kreis Mettmann?

„Wir gehen von drei Hauptgründen aus“, erklärt ein Kreissprecher. Die Maßnahmen durch die Bundes-Notbremse mit Ausgangssperre und strengen Kontaktbeschränkungen hätten dazu beigetragen, aber auch die Tatsache, dass immer mehr Menschen geimpft seien. „Außerdem haben sich die Menschen entsprechend verhalten.“