Ratingen: Erst auf die Polizei-Waage, dann in die Ferien

Ratingen : Erst auf die Waage, dann in die Ferien

Vor der Polizeiwache konnte man sein Auto wiegen lassen. Ist es zu schwer, droht Fahrverbot.

Die Koffer sind gepackt, der Wohnwagen ist beladen – endlich kann es in den  Urlaub gehen. Doch die Vorfreude ist schnell vorbei, wenn die Polizei feststellt, dass der Wohnwagen falsch beladen und viel zu schwer ist. Es folgen eine Geldstrafe, ein Punkt in Flensburg und ein Verbot der Weiterfahrt.

Damit das nicht passiert, fand gestern eine Polizeiaktion unter dem Motto: „Noch vor dem Urlaub auf die Waage?!“ statt. Besitzer von Wohnmobilen, Caravans und sonstigen Gespannen hatten vor der Polizeiwache auf der Josef-Schappe-Straße die Möglichkeit, kostenlos ihre Fahrzeuge von der Polizei wiegen zu lassen.

Denn die Kreispolizeibehörde Mettmann hat eine neue technische Ausrüstung zur Verkehrsüberwachung erhalten: ein eigenes, mobiles Radlastwiegesystem. „Wir sind die erste Kreispolizeibehörde, die jetzt über ein eigenes, mobiles Radlastwiegesystem verfügt. Sonst haben das nur Großbehörden, die eine Autobahnpolizei haben“, so Uli Laaser, Leiter des Verkehrsdienstes Mettmann.

Die 17 Millimeter hohe Waage kostet 40.000 Euro, die vom Innenministerium bezahlt wurde. Zu dem System gehören Ausgleichsmatten (damit sich beim Wiegen das gesamte Fahrzeug auf gleicher Höhe befindet) und ein Laptop, der mit der Waage verbunden ist und die Ergebnisse aufzeichnet und auswertet. Laaser gibt wichtige Tipps: 1. Das Gewicht sollte nicht zu hoch sein. Wie hoch es sein darf, steht im Fahrzeugschein. 2. Wenn die Stützlast zu gering ist, ist die Stabilität des Fahrzeugs nicht mehr geleistet. Es fängt an zu schlingern, und das Auto kann sogar umkippen. Mit einer Personenwaage kann die Stützlast selbst ermittelt werden. In der Regel liegt sie bei 75 Kilogramm. 3. Das Auto sollte achsennah beladen werden, da das Fahrzeug sonst nicht im Gleichgewicht ist und schaukeln kann. 4. Wenn der Wassertank nicht gefüllt ist, kann hier Gewicht gespart werden.

„Bei einer Überladung von fünf Prozent wird eine Weiterfahrt untersagt. Je nachdem wie viel überladen wurde, kommt noch ein Bußgeld zwischen 10 und 235 Euro hinzu“, so Michael Gieschen, Gruppenbeamter beim Verkehrsdienst.

Mehr von RP ONLINE