Ratingen: Ratingen – ein teures Pflaster

Ratingen : Ratingen – ein teures Pflaster

Wer in der Dumeklemmerstadt bauen oder Eigentum erwerben will, der muss tief in die Tasche greifen. Dies geht aus dem Grundstücksmarktbericht 2007 hervor, der gestern vorgestellt wurde. Ratingen belegt Spitzenplätze.

Es tat sich eine Menge nach dem Wegfall der Eigenheimzulage: So manchem war die Lust aufs Bauen und auf den Erwerb von Eigentum vergangen. Dies spiegelte sich im vergangenen Jahr deutlich in Zahlen wider: Im Regierungsbezirk Düsseldorf, zu dem auch Ratingen und Heiligenhaus gehören, wurden 16 Prozent weniger Baugrundstücke für den individuellen Wohnungsbau verkauft, bei den Eigentumswohnungen waren es 17 Prozent, bei Ein- und Zweifamilienhäusern sogar 24 Prozent. Steigende Umsatzzahlen gab es hingegen bei Mehrfamilienhäusern (plus vier Prozent) und bei Gewerbe- und Industrie-Immobilien (plus elf Prozent). Wer sich also für etwas Eigenes entschieden hat, der musste im Vergleich zu anderen Städten in NRW recht tief in die Tasche greifen: Ratingen belegt in vielen Bereichen Spitzenplätze, Heiligenhaus bewegt sich bei den Baulandpreisen eher im Mittelfeld.

Im Grundstücksmarktbericht für NRW, der vom Oberen Gutachterausschuss vorgestellt wird (siehe Info-Kasten), werden die Baulandpreise auf den Quadratmeter berechnet, eingeteilt in gute, mittlere und mäßige Lagen. Bei den durchschnittlichen Baulandpreisen liegt Ratingen (305 Euro pro Quadratmeter) auf dem fünften Platz. Spitzenreiter ist Düsseldorf (460), Meerbusch (350), Langenfeld (330) und Hilden (320). Heiligenhaus (215) ist im Mittelfeld platziert. Das Schlusslicht bildet Kalkar (85).

Diese Baulandpreise beziehen sich auf Grundstücke für freistehende Ein- und Zweifamilienhäuser in mittleren Wohnlagen.

Auch beim Wohnungseigentum (Erstverkäufe in mittleren Wohnlagen) nimmt Ratingen (2200 Euro pro Quadratmeter) einen vorderen Platz ein. Spitzenreiter ist die Landeshauptstadt (2519) vor Grevenbroich (2310), Essen (2290) und Neuss (2210). Als Schlusslicht firmiert Wesel (1600).

Interessant ist die Entwicklung auch bei den Reihenendhäusern und Doppelhaushälften, wiederum ermittelt im Blick auf mittlere Wohnlagen. Wer sich für ein neues Objekt dieser Größenordnung entschied, der musste in Düsseldorf im Schnitt 356 000 Euro hinlegen, im Kreis Mettmann durchschnittlich 294 000 Euro. Hinter diesen beiden Zahlen folgt direkt Ratingen mit 291 000 Euro. Zum Vergleich: Ein Projekt dieser Art ist im Kreis Kleve für 186 000 Euro zu haben. Den Gutachterausschüssen wurden im vergangenen Jahr insgesamt 37 900 Kaufverträge über bebaute und unbebaute Grundstücke mit einem Geldumsatz von 12,48 Milliarden Euro und einem Flächenumsatz von 41,6 Quadratkilometern mitgeteilt. Ein riesiger Markt also, der stetig in Bewegung ist. Die Baulandpreise blieben indes relativ konstant.

(RP)
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