Ratingen: Die neue Vikarin der evangelischen Kirche

Frau der Woche : Der Glaube sorgt fürs Wohlbefinden

Als Vikarin lernt Birte Bernhardt in Ratingen die Aufgaben einer Gemeindepfarrerin.

Nicht oft, aber immer mal wieder tun auch Frauen in der evangelischen Kirche Ratingen an prominenter seelsorgerischer Stelle Gutes. Derzeit, und dann für zweieinhalb Jahre, ist es Birte Bernhardt, die bis zum zweiten Theologischen Examen unter Anleitung von Pfarrer Dr. Gert Ulrich Brinkmann zunehmend die Aufgaben einer Gemeindepfarrerin erlernen und übernehmen wird: Gottesdienste, Konfirmandenunterricht, Gespräche, Taufen, Trauungen, Beerdigungen und vieles mehr. Übrigens hätte man sie in anderen sprachlichen Zeiten als blitzgescheit bezeichnet.

Ergänzt wird die  Zeit in Gemeinde und Schule durch insgesamt  23 Wochen Predigerseminar. Das wird auswärts absolviert, so dass sie zeitweise nicht in Ratingen ist. Ob sie letztendlich hier bleiben wird, haben die Einstellungs-Absichten der evangelischen Kirche noch nicht auf dem Schirm.

Vor den Sommerferien konnte sich Birte Bernhardt am Adam-Josef-Cüppers-Berufskolleg  schon mal mit der schulischen Unterrichtswirklichkeit auseinander setzen. Außerdem wurde sie in dieser kurzen Zeit in Ratingen 30 Jahre alt und brachte ihre Doktorarbeit unter Dach und Fach. Das Thema, mit dem sie sich befasste, ist keinesfalls von des Gedankens Blässe angekränkelt, sondern dreht sich, großzügig formuliert, um „Singles und die evangelische Kirche“.  Dafür befragte sie – und hörte – Menschen zwischen 30 und 60 Jahren, die immer schon – wie man das so nennt - allein stehend, also immer schon unverheiratet waren.

Für sie ist letztlich Sinn und Zweck ihrer Arbeit in der Kirche, dass sich die Menschen mit ihrem Glauben wohl fühlen. Und da, wo sie es kann, möchte sie dazu beitragen.

Die Vikarin ist nicht weit von hier – im Düsseldorfer Süden – geboren. In der Schule und auch bei ihrem Einsatz für Kinder innerhalb ihrer Gemeinde war der Gedanke allmählich gereift, ein Theologiestudium und einen entsprechenden Beruf zu ergreifen. Die Eltern unterstützten das Vorhaben, die Tochter machte sich nach dem Abitur zügig ans Werk.

Im O-Ton heißt das: „Nach dem Theologie-Studium in Wuppertal, Bochum, Oslo und Heidelberg habe ich zuletzt für einige Jahre in Wien gelebt und gearbeitet. Für das Vikariat bin ich wieder in meine Herkunftsregion zurückgekehrt. In der Jugendarbeit unserer lokalen evangelischen Gemeinde im Düsseldorfer Süden und im schulischen Religionsunterricht entstand das Interesse an einem Theologie-Studium und am Pfarrberuf.“

Sie freut sich sehr auf die Ausbildungszeit in Ratingen, auf Begegnungen, Gespräche und Projekte mit der Gemeinde. „Wer Fragen oder Anregungen hat, kann mich gerne ansprechen.“ Ihre E-Mail-Adresse lautet birte.bernhardt@ekir.de.

Inzwischen hat sie festgestellt, dass sie in der Stadt von dem einen und der anderen erkannt und freundlich gegrüßt wird. Und das ist sicher schön, wenn man sich in diesen Beruf hinein finden will und erstmals an der Seelenfront arbeitet.  Bedeutet das doch erst einmal taufen, trauen, trösten.

Durch das Tragen des schwarzen Talars, ursprünglich Gelehrtenmantel des Mittelalters, wird Birte Bernhardt nun einerseits den belehrenden Charakter des evangelischen Gottesdienstes betonen. Und dazu gehört das Beffchen, jenes weiße Stoffstück am Hals, das mal als Schutz des Talars vor dem Bart seines Trägers gedacht war. Diese Funktion wird zwar häufig nicht mehr benötigt, dennoch gehört das Beffchen weiterhin zur Amtstracht. Und die Unierten, wie in Ratingen, sind daran zu erkennen, dass das frische Stoffstück mittig zur Hälfte zugenäht, zur Hälfte offen ist.

Aber auch das wird bei Birte Bernhardt eine ganz nachrangige Rolle spielen. Bei ihr funktioniert Wohlbefinden durch den Glauben.

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