Ratingen: CDU will den Radverkehr in einem Gesamtkonzept fördern

Verkehr : CDU will den Radverkehr fördern

Der Verkehr müsse ganzheitlich betrachtet werden, so Klaus Weber. Dazu gehörten auch Lösungen für Pendler.

Weil dank E-Mobilität immer mehr Bürger aufs Rad umsteigen, fällt zunehmend die desolate Verkehrspolitik der vergangenen Jahrzehnte auf. Das schlechte Abschneiden der Stadt Ratingen beim jüngsten ADFC-Test spricht Bände, die örtlichen Mitglieder halten das Stadtgebiet für ausgesprochen wenig radfahrfreundlich. Bei den Radwegen muss dringend nachgebessert und vor allem ausgebaut werden. Bei der CDU hält man aber nichts von Schnellschüssen. Klaus Weber, verkehrspolitischer Sprecher der CDU-Fraktion: „Für uns  ist es wichtig, ein ganzheitliches Verkehrskonzept zu fördern. Dazu gehören ordentliche Straßen, die West-Bahn als wesentliche ÖPNV-Angebotsverbesserung, aber eben auch eine Verbesserung der Radwege.“

Weber verweist auf Anträge seiner Fraktion speziell zum Thema Radwege: „Der Neubau des Radweges auf der Düsseldorfer Straße ist im Zuge des Umbaus des Düsseldorfer Platzes wesentlich durch die Initiative unseres Ratsherren Gerold Fahr entstanden. Ebenso hatte der Bezirksausschuss Mitte die Verwaltung beauftragt, in Zusammenarbeit mit der Stadt Düsseldorf den Radweg von Ratingen zur Reichswaldallee zu verbessern und auszubauen. Hier steht das Ergebnis allerdings noch aus.“

Dafür hatte sich auch die CDU in der Bezirksvertretung 6 in Düsseldorf vor einem Jahr eingesetzt: Doch beide Stadtverwaltungen halten den Radweg offenbar für ausreichend und sehen überhaupt keinen Anlass, etwas zu ändern.

Probleme bereiten vor allem die außerörtlichen Strecken. Immerhin sei der Radweg von und nach Homberg auf der L422 bereits von Straßen NRW „sehr gut saniert“ worden. Dafür habe sich Ratskollegin Claudia Luderich aus Homberg eingesetzt. Auch andere Radwege liegen  nicht im Verantwortungsbereich der Stadt Ratingen. Jüngstes Beispiel: Der völlig marode Radweg entlang der K19/Kahlenbergsweg in Breitscheid. Nach einem Unfall, den ein Schüler vermutlich aufgrund von Radwegschäden hatte, wuchs der politische Druck auf den zuständigen Kreis Mettmann. Jörg Maaßhoff, CDU-Ratsherr aus Breitscheid, setzte das Thema auf die Tagesordnung, die Kreistagskollegen zogen mit (wir berichteten). Weber: „Der Kreis hat Mittel bewilligt und wird diesen teils gefährlichen Radweg noch in diesem Jahr sanieren.“

Gleiches gelte auch für die wichtige Verbindung zwischen Ratingen und Lintorf: Auf Veranlassung von Bürgermeister Klaus Pesch und mit Unterstützung von Claudia Schlottmann (MdL) werde in den kommenden  Monaten auf der westlichen Seite der Radweg saniert und ausgebaut, so dass eine attraktive Radwegeverbindung in beide Richtungen ohne Ampelunterbrechungen entstehen werde. Die nächste gemeinsame Initiative mit den Kreistagskollegen sehe die Sanierung des Radweges von der Neanderstraße nach Düsseldorf-Knittkuhl/ K19 vor.

Für Weber ist wichtig, dass man den Verkehr ganzheitlich betrachte: „Der Radverkehr muss einbezogen werden in die grundsätzlichen Fragestellungen rund um den Ratinger Verkehr und kann innerhalb und zwischen den Stadtteilen höhere Verkehrsanteile erzielen. Im innerstädtischen Bereich ist allerdings zum Beispiel ein Problem, dass der enge Straßenraum eine optimale Radverkehrsführung teilweise einfach nicht möglich macht.“

Das gelte zum Beispiel für die Freigabe der Einbahnstraßen für gegenläufigen Radverkehr. An der Wallstraße musste beispielsweise nach einem schweren Radunfall die trotz aller Warnungen eingerichtete gegenläufige Radspur wieder gesperrt werden.

Weber: „Natürlich wollen wir den Radverkehr gerne fördern. Wir sehen aber auch die Verkehrsbelastung gerade in den Wintermonaten – auch durch Einpendler. Hier müssen wir Lösungen abseits der Radverkehrsförderung finden.“