Ratingen: BU fordert einen Kreisverkehr für die Einmündung Rehhecke/Krummenweger Straße in Lintorf

Ratingen : BU fordert einen Kreisel für Lintorf

Nach einem erneuten schweren Unfall an der Einmündung Rehhecke/Krummenweger Straße schlägt die Fraktion Alarm.

Die Verkehrssituation auf dem Krummenweg zwischen Lintorf und Kreisel Breitscheid ist ein Dauerbrenner: Besonders an der Einmündung der Rehhecke in die Krummenweger Straße kommt es regelmäßig zu gefährlichen Situationen: Es gibt nur auf der nördlichen Seite einen Radweg, trotz Geschwindigkeitsbegrenzung wird auf dem wichtigen Zubringer zur Autobahn oft zu schnell gefahren, zur Rush hour wird das Linksabbiegen von der Rehhecke aus zum Geduldsspiel. Das Thema wurde wiederholt in den Gremien diskutiert, ohne zu einer Lösung zu kommen. Bürger Union (BU) und Optimisten haben es nun erneut auf die Tagesordnung gehievt. Die BU schlägt einen Kreisverkehr an dieser Stelle vor. Gleichzeitig fordert die Fraktion der Optimisten eine umfassende Sanierung des nördlich gelegenen Breitscheider Weges unter Berücksichtigung des lange erwarteten Verkehrskonzeptes für den Lintorfer Norden.

Der Breitscheider Weg wird unter anderem von den vielen Logistik-Unternehmen stark frequentiert, ist aber eine Kreisstraße.  Die Optimisten halten die Straße für gefährlich aufgrund der Ein- und Ausfahrten, wegen des schlechten  Asphaltes und wegen fehlender Zonen für Fußgänger und Radler. Hauptproblem war dort bisher die Zuständigkeit: Baulastträger der Krummenweger Straße ist der Kreis.

Akuter Bedarf besteht auch an der Einmündung Rehhecke/Krummenweger Straße: Sie ist überlastet und unübersichtlich. Die BU erinnert an eigene Anträge zur Entschärfung der Situation. Jeweils nach schweren Unfällen an dieser Stelle hatte die BU das Einschreiten der Stadt gefordert, 2005, 2015 und im Januar 2017. Zuletzt, so BU-Ratsherr Detlev Czoske, habe es im Juli 2019 einen schweren Unfall gegebe: Eine 79-jährige BMW-Fahrerin wollte von der Krummenweger Straße nach links in die Rehhecke abbiegen. Dabei übersah sie nach Angaben der Polizei eine entgegenkommende 71-jährige Pedelec-Fahrerin, die vorrangberechtigt auf dem Geh/Radweg der Krummenweger Straße unterwegs war und erfasste sie frontal. Die Radlerin erlitt schwere Verletzungen.

Schon vor zehn Jahren sei von der Stadtverwaltung im Bezirksausschuss Lintorf/Breitscheid eingeräumt worden,  dass für diese Kreuzung eine Ampelanlage in Planung sei. Geschehen sei aber bislang nichts. Nun fordert die BU erneut eine Entschärfung: Die Verwaltung solle prüfen, ob ein Kreisverkehr realisiert werden kann, alternativ erwarte man von der Stadt andere Lösungen.

Besonders vor dem Hintergrund eines geplanten großen Wohnbaugebietes am Vodafone-Gelände bekommt die Verkehrsplanung zunehmend große Dringlichkeit. Als erste Informationen über das Projekt mit über 1.000 Wohneinheiten öffentlich wurden, hagelte es Proteste der Lintorfer: Schon jetzt gleiche der Stadtteil einem Nadelöhr. Der Projektentwickler muss ein eigenes Verkehrskonzept vorlegen, die Stadt will ihr Konzept an die zusätzlich Verkehre anpassen.

Problem bei der nördlichen Ausfallstraße ist die Zuständigkeit: Der Breitscheider Weg ist eine Kreisstraße. „Dass seit Jahren von der Verwaltung immer wieder auf die Zuständigkeit des Kreises hingewiesen wurde, bringt uns nicht weiter“, so Jochen Drahorad, stellvertretender Fraktionschef der Optimisten.

Er schlägt einen Drei-Punkte-Plan vor: Die Stadt solle die Zuständigkeit für die Sanierung der seit 2009 bestehenden „Logistikmeile“ übernehmen. Als „Sofortmaßnahmen“ sollen unter anderem die  Asphaltdecke erneuert sowie Schutzzonen für Fußgänger und Radler eingerichtet werden, darunter Zebrastreifen, und Anpassung des Verkehrskonzeptes.

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