Homberger Abendmusik Barockensemble erntet reichlich Applaus

Ratingen · Die Homberger Abendmusik präsentierte mit dem Barockensemble Werke der Komponisten Bach, Telemann und Händel. Die Zuhörer waren begeistert.

 Das Homberger Barockensemble ernteten für ihren Vortrag Begeisterung der Zuhörer.

Das Homberger Barockensemble ernteten für ihren Vortrag Begeisterung der Zuhörer.

Foto: Homberger Barockensemble

() Die Ratinger Kulturszene erfreut sich hochwertiger Künstlergruppen. Eine davon ist das Homberger Barockensemble, das erneut zu einer der mittlerweile sehr beliebten Abendmusiken eingeladen hatte. Unter der Leitung von Landeskirchenmusikdirektor Ulrich Cyganek stand das kammermusikalische Schaffen der drei großen Barockkomponisten Johann Sebastian Bach, Georg Philipp Telemann und Georg Friedrich Händel auf dem Programm.

Allen gemeinsam war die Liebe zu einer differenziert komponierten und vielgestaltigen Musik, die nicht nur in den bekannten monumentalen Werken ihren Niederschlag fand, sondern eben auch in der eher introvertierten Kammermusik. Diese wurde außer von Ulrich Cyganek am Cembalo hingebungsvoll vorgetragen von Fritjof Obermann mit der Querflöte, Uta Schipull auf der Violine sowie Marina Cyganek am Violoncello. Es sang dazu die Sopranistin Dorothea Wessels.

So begann das Konzert in Telemannscher Lebhaftigkeit mit der fröhlichen Trisonate F-Dur, die im Largo besinnlich wirkte und im Allegro mit einer Vorahnung von Festlichkeit endete. Es folgte Bachs Sopranarie „Des Reichtums Glanz auf weiter Erden“, begleitet von Violine und Basso Continuo, die als musikalischer Spiegel fungierten, auf dem der feste und jubilierende Sopran Dorothea Wessels glänzen konnte. Telemanns Partita E-Moll bewegte sich anschließend einfühlsam zwischen getragen-andächtigen und tänzerisch-festlichen Elementen und verdeutlichte die Fähigkeit des Komponisten, unterschiedliche Stimmungen musikalisch gekonnt erlebbar zu machen.

Passend zum Liedtext „Süße Stille“ kam nun Händel mit einer besinnlichen Arie zum Zuge, in der die bekannten Barockelemente musikalisch hervortraten. Das setzte sich fort in Händels Präludium und Allegro in G-Moll mit feingliedrigem Barockcharakter, der sich zu tänzerisch-flotten Impressionen entwickelte. Vielleicht haben sich dabei manche Freunde moderner Rockmusik verwundert die Augen gerieben, denn was da unterschwellig an Tonkombinationen hörbar wurde, hätte man sich auch gut im Stile von Deep Purples „Smoke on the Water“ vorstellen können.

Händel kam danach als Blumenfreund zu seinem Recht mit der Arie „Flammende Rose, Zierde der Erden“, in der die im Barock zur überragenden Beliebtheit aufblühenden Rose zu einem musikalisch glänzenden Auftritt gelangte.

Daß auch Bach die kunstvollen Barockwendungen der Musik mit leichter Hand beherrschte, zeigte sich darauf in seiner Trisonate G-Dur, in welcher die Schritte Largo, Vivace, Adagio und Presto kunstvoll verwoben wurden. Der uns bekannte durchgeistigte und spirituelle Bach setzte dann mit der Arie „Gelobet sei der Herr“ in diesem Kammerkonzert den geeigneten Schlußpunkt, bei dem sich die Musiker noch einmal gekonnt präsentieren konnten.

Die Zuhörer dankten es ihnen mit einem lange anhaltenden Applaus und bekamen als Zugabe noch das Abendgebet und Schlaflied aus dem evangelischen Gesangbuch geschenkt – „Abend ward, es kommt die Nacht“ von Rudolf Alexander Schröder und Samuel Rothenberg. Die gesammelten Spenden dienen der Restaurierung der Ott-Orgel in der Christuskirche.

(RP )