Nach Sexualdelikten Aufmerksamkeit für Anonyme Spurensicherung

Ratingen · Die Anonyme Spurensicherung bietet eine entscheidende Unterstützung für Betroffene von Sexualdelikten. Sie können in den kooperierenden Krankenhäusern im Kreis Mettmann gerichtsfeste Beweise sichern lassen.

Hilfe finden Betroffene unter anderem beim SKFM in Mettmann.

Hilfe finden Betroffene unter anderem beim SKFM in Mettmann.

Foto: Köhlen, Stephan (teph)

Sexualstraftaten sind immer noch ein Tabuthema in unserer Gesellschaft. Der Sozialdienst katholischer Frauen e.V. Ratingen beteiligte sich nun an einer Plakataktion, um das Bewusstsein für die Anonyme Spurensicherung nach Sexualdelikten zu schärfen.

An mehreren Standorten in unserer Stadt weisen Plakate auf

dieses wichtige Angebot und die selbstbestimmte Anzeigeoption hin. Die klare Botschaft lautet: „Du hast die Kontrolle über deine Geschichte, und Hilfe steht dir zur Verfügung, wenn du sie brauchst.“ Die Anonyme Spurensicherung bietet eine entscheidende Unterstützung für Betroffene von Sexualdelikten. Sie können in den kooperierenden Krankenhäusern im Kreis Mettmann gerichtsfeste Beweise sichern lassen. Das Besondere daran ist, dass eine Anzeige der Tat nur auf Wunsch der Betroffenen erfolgt, möglicherweise sogar erst Jahre später. Wer die Anonyme Spurensicherung nutzt, geht also kein Risiko ein, sondern eröffnet sich Handlungsmöglichkeiten in der Zukunft. „Nach einem sexuellen Übergriff befinden sich betroffene Frauen oftmals in einer körperlichen und seelischen Ausnahmesituation. Sie wollen den Übergriff schnellstmöglich vergessen“, weiß SkF-Geschäftsführerin Melanie Reinschmidt.

Diese verständliche Reaktion verhindert aber oft die Strafverfolgung der Täter, denn Beweise lassen sich nur kurzfristig sichern. Darum sollte das Angebot der Anonymen Spurensicherung auf jeden Fall in

Anspruch genommen werden. Im Anschluss haben die Betroffenen Zeit und Raum, sich zu stabilisieren.

Dabei kann auch die kreisweite Fachberatungsstelle gegen sexualisierte Gewalt des SKFM Mettmann unterstützen, die das Angebot und die Plakataktion organisiert. Dort beraten und

informieren die Mitarbeiterinnern persönlich, telefonisch sowie digital zu psychosozialen, rechtlichen und medizinischen Aspekten.

Diese Plakataktion dient auch als Aufruf zur Solidarität und Unterstützung für Betroffene von sexualisierter Gewalt. Natalie Rebs, Vorstandsvorsitzende des SkF Ratingen, appelliert an die

Gemeinschaft, aufmerksam zu sein und Betroffenen den Weg zu Hilfsangeboten zu weisen. „Wir alle sind aufgerufen, eine Umgebung zu schaffen, in der Betroffen auf Hilfe zählen können, ohne Angst vor Stigmatisierung, und mit der Gewissheit, dass ihre Entscheidungen respektiert werden.“

Opfer von sexualisierter Gewalt können sich an Kliniken wenden, die eine anzeigenunabhängige Spurensicherung anbieten. Die Daten werden vertraulich behandelt und dürfen nicht ohne die Zustimmung der Betroffenen verwendet werden. Die behandelnden Ärztinnen und Ärzte unterliegen der Schweigepflicht. Kooperierende Kliniken im Kreis Mettmann sind das evangelische Krankenhaus Mettmann, das Helios Klinikum Niederberg in Velbert, das St. Josefs Krankenhaus Hilden und das St. Martinus Krankenhaus Langenfeld.

Unterstützung und weitere Informationen: SKFM Fachberatungsstelle Telefon 02104 /1419-226 oder sexualisiertegewalt@skfm-mettmann.de

(RP/jün)
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