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Ratingen: Rathaus-Abriss schreitet zügig voran

Ratingen : Rathaus-Abriss schreitet zügig voran

Ratingen: Rathaus-Abriss aus der Luft gefilmt

Der Abriss des Rathauses schreitet weiter voran. Nachdem der Ostflügel entfernt wurde, trägt der große Spezial-Bagger der Firma P & Z zurzeit die rechte Hälfte des Hauptgebäudes Stockwerk für Stockwerk ab.

Täglich stehen viele Dumeklemmer am Bauzaun und verfolgen das Spektakel — wie seinerzeit beim Abriss des Kaufhauses Aufterbeck. Den weiteren Verlauf der Abrissarbeiten können Interessierte live über die Baustellen-Webcam auf der Homepage der Stadt Ratingen verfolgen.

Norbert Korziak ist wohl das, was man tiefenentspannt nennt. "Ich fang dann mal an", sagt der erfahrene Abbruchmann Korziak, übrigens ein Ratinger, sorgt dafür, dass das Hauptgebäude bald Geschichte ist. "Spätestens Ende August wird vom Rathaus nur noch sehr wenig übrig sein", hofft Projektleiter Lutz Kalkstein und schaut gespannt zu Korziak, der in seine Kanzel über die riesigen Laufketten des Baggers klettert.

170 Tonnen wiegt das Gefährt, von dem es nur ganz wenige gibt. Einen speziellen Führerschein braucht man dafür nicht: "Aber man muss schon ein bisschen Erfahrung haben", stapelt Korziak tief. 90 Tonnen Beißkraft im vorderen Zahn der Abbruch-Schaufel kann er mit einem kleinen Hebel steuern. Bis zu 53 Meter hoch kann der Greifarm ausgefahren werden — es ist die neueste Technik, ebenso wie die Hydraulik des Greifarms, der komplett schwenkbar ist. Das Viersener Abbruchunternehmen setzt auf Hightech. Die alten Modelle hatten nur mechanische Greifarme und waren in Ausnahmefällen für Arbeiten in knapp 40 Meter Höhe ausgelegt, in der Regel aber eher 28 Meter.

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Gefragt: eine ruhige Hand

Für Baggerführer Korziak, dessen Arbeit von vielen Schaulustigen bestaunt wird, ist eine ruhige Hand und jede Menge Konzentration gefragt. Wenn er den Greifarm bis zur siebten Etage des Rathauses ausfährt und sich einen Teil der Dachpappe greift, kann er den Weg seines Mega-Gerätes nur über einen kleinen Monitor verfolgen. Und dann beginnt das Ruckeln. Eine deutlich spürbare Erschütterung durchfährt das Rathaus-Dach, Stück für Stück hebt der Greifarm dort die Verkleidung an. Es wirkt, als zöge er dem Betrachter die Füße unter dem Boden weg. Ein leichtes Grollen und Vibrieren ist zu spüren. Aber es fasziniert, auch Korziak: "Das ist eine tolle Arbeit."

Allerdings eine, bei der es auch sehr gefährlich sein kann. Planlos abreißen wäre fatal und könnte zum Zusammenbruch des ganzen Gebäudes führen. Und so folgt Korziak einem exakten Drehbuch. Dabei bewegt er Unmengen an Gewicht. 3020 Kubikmeter Abbruchmaterial bringt alleine das Hauptgebäude mit sich, beim Ostflügel waren es immerhin 450 Kubikmeter, auch wenn die von einem normalen Bagger produziert wurden.