Heiligenhaus: Radweg im Härtetest

Heiligenhaus: Radweg im Härtetest

Bevor aus der alten Bahntrasse zwischen Heiligenhaus, Velbert und Wülfrath ein asphaltierter Alleenradweg werden kann, wird der Untergrund geprüft. Dazu braucht es unter anderem einen "Lastplattendruckversuch".

"Was Sie hier sehen, ist der Anfang eines spannenden neuen Stückes touristischer Infrastruktur, wirklich ein Meilenstein", sagte Friedhelm Terfrüchte. Diese Erläuterungen des Chefplaners vom Essener Büro dtp kamen durchaus gelegen.

Denn auf ein solches Ergebnis wäre der Laie nicht gekommen, der gestern am Rohbau des künftigen Alleenradweges hinter dem alten Bahnhof einen "Lastplattendruckversuch" miterleben konnte.

Es geht in diesen Tagen um Arbeiten am so genannten "Alleenradweg", der auf einer Länge von gut 25 Kilometern künftig Heiligenhaus, Velbert und Wülfrath miteinander verbinden soll. In Heiligenhaus entsteht eine Ost-West-Verbindung durch die Stadt, abseits von allem Autoverkehr. In diesem Sommer soll das Teilstück zwischen Kettwiger Straße und Bahnhofstraße fertig sein.

"Das ist Super-Material"

Zuvor aber kam gestern Techniker Tobias Klick mit Lkw, Lastplatte und Messgerät zum Einsatz. Ein Stempel mit einer Metallplatte dran, angebracht am Lkw, brachte tonnenschweren Druck auf ein kleines Stück Untergrund. Zweck der Übung: "Wir wollten herausfinden, ob die Tragschicht des künftigen Radweges haltbar genug ist", so Michael Krahl, Tiefbau-Experte in der Verwaltung.

Die Tragschicht besteht aus kleingeschreddertem und dann planiertem alten Bahnschotter. Auf einem Teilstück wurde diese Schicht noch mit Kalk vermischt. Die Teststrecke ist derzeit etwa 300 Meter lang. "Was wir hier planen, ist keine Regelbauweise für Radwege", so Krahl weiter. Wohl aber ein bewährtes Verfahren. "Bahnschotter ist für den Straßenbau ein Super-Material."

Hohe Radler-Frequenz erwartet

Das Ganze ist zwar teurer als ein gewöhnlicher Radweg, aber die Investition werde sich auszahlen, da zeigten Krahl und Terfrüchte sich optimistisch. Und auch der ehemalige Eigner der Trasse, die Bahn-Entwicklungsgesellschaft, verfolge den Bau mit Interesse: "Dort hofft man natürlich auf den Werbeeffekt einer solchen Referenzstrecke."

Terfrüchtes Prognose: "Sie werden sich wundern, welche Radler-Frequenz hier in Zukunft erreicht werden wird. Immerhin verbindet der Weg Velbert und Wülfrath mit dem Kettwiger Stausee – ohne dass heftige Steigungen zu bewältigen wären." Den gestrigen Belastungstest überstand die Trasse problemlos.

(RP)