Heiligenhaus: Rad-Touristen stark gefragt

Heiligenhaus: Rad-Touristen stark gefragt

Gemeinsam mit dem Kreis haben die Städte Heiligenhaus, Wülfrath und Velbert mit der Vermarktung des "Panoramaradwegs" begonnen. Am 16. Juli ist Eröffnung Landrat Thomas Hendele: "Das ist unser größtes touristisches Projekt."

Dialog am Rande: "Unterstützertag – was ist das eigentlich?" – "Wenn die Geld haben wollen, gehe ich wieder." In der gut gefüllten Aula des Kant-Gymnasiums waren solche Befürchtungen (ohnehin augenzwinkernd vorgetragen) am Donnerstagabend schnell zerstreut.

Sammelbüchsen gehörten nicht zur Ausstattung, mit der die Macher des "Panoramaradwegs Niederbergbahn" aus Heiligenhaus, Wülfrath und Velbert sowie aus der Kreisverwaltung punkten wollten. Stattdessen hatte man eine gute Hundertschaft Gäste aus Politik, Verwaltungen, Vereinen, Verbänden und Institutionen eingeladen. Die Gäste sollten von den Chancen des Millionenprojekts hören, bevor die 22 Kilometer lange Strecke zwischen Kettwig und Wülfrath am 16. Juli eröffnet werden wird.

Fahren auf Trassen

Zu Munterkeit entschlossen führte der Journalist und Moderator Thomas Reuter durch einen Abend, der alle Facetten des derzeit "größten touristischen Vorhabens im Kreis Mettmann" – so Landrat Hendele – zeigen sollte. So kam der Bahntrassen-Radwegexperte Achim Bartoschek zu Wort, ordnete das Vorhaben unter anderem statistisch ein: "In Deutschland gibt es etwa 500 solcher Wege, von der kurzen innerstädtischen Verbindung bis zur 70-Kilometer-Strecke. Bahntrassenradwege verlaufen in Deutschland inzwischen auf rund 4000 Kilometern." In den USA seien es 30 000 Kilometer, in Europa 15 000.

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Landrat Hendele erinnerte an die Geschichte des Projekts. Es kam zustande, weil die Wiederbelebung der Bahntrasse in alter Funktion (Circle Line) 90 Millionen Euro gekostet hätte und sich folglich nicht rechnete. Insofern machte man aus der Not eine Tugend: Mit zwölf Millionen Euro Landeszuschuss, das sind drei Viertel der Gesamtkosten, ist nun dafür gesorgt, dass die Bahntrasse nicht nur konserviert, sondern auch nutzbar sein wird. Vor allem, weil die Planer den Anschluss ans überregionale Radwegenetz fest im Blick haben. Damit tun sich "phänomenale Entwicklungschancen" auf, wie Annette Nothnagel von der Bergischen Entwicklungsagentur prognostizierte. "Vermarktbare Strecken beginnen bei einer Länge von 100 Kilometern." Auch im Bergischen hat man Rad- und Tagestouristen im Blick, die neue Trasse des Panorama-Radwegs ist ein Mosaikstein des Konzepts. Die Berechnung: "Ein Tagestourist gibt – bei entsprechendem Angebot – 26 bis 28 Euro aus. Kommt eine Übernachtung hinzu, sind es bis zu 100 Euro", so die Erfahrung der Agentur. Bisher werden im Kreis im Bereich Touristik rund 370 Millionen Euro pro Jahr erwirtschaftet.

Von Beate Haverkamp (Büro fundamente fundraising + kommunikation) erfuhren die potenziellen Unterstützer, was sie selbst künftig tun können, um das Projekt voranzubringen. Denn: "Der Weg wird so schön, wie Sie ihn gestalten." Das könne laufen über Spenden, Sponsoring und Engagement – wobei die Übernahme von Pflege-Patenschaften nur ein denkbarer Ansatz sei.

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(RP)
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