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Psychologin bietet Kopfschmerztraining für junge Menschen an

Training in Homberg : Wie umgehen mit Kopfschmerzen

Psychologin Heike Preukschat bietet Kopfschmerztraining für junge Menschen an. Entspannung steht im Vordergrund.

In Zeiten von Corona mögen Kopfschmerzen oder Migräne einem vielleicht als Lappalie daherkommen. Jeder – vor allem Erwachsene – weiß, der regelmäßig Kopfschmerzen hatte, dass die Schmerzen ziemlich lästig und belastend sein können. Die Schmerzen können im schlimmsten Fall dazu führen, dass man sogar die Freude an Hobbys verliert, ständig krankgeschrieben ist und nicht arbeiten kann.

Nicht nur Erwachsene leiden unter Kopfschmerzen, auch Kinder und Jugendliche. „30 Prozent aller Schulkinder haben mindestens einmal pro Woche Kopf- oder Bauchschmerzen“, heißt es vom Berufsverband der Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten. Wobei Kinder eher Bauch- und Jugendliche eher Kopfschmerzen hätten. „Das alles wissen viele nicht“, sagt Heike Preukschat. Sie ist Psychologin, arbeitet mit Kindern und Jugendlichen und hat ihren Arbeitsschwerpunkt eigens auf die Schmerzpsychotherapie gelegt. „Kopfschmerzen können auch junge Menschen quälen und massiv beeinträchtigen“, sagt die 53-Jährige. Dass die Kinder den Schmerzen aber nicht hilflos ausgeliefert sind, daran arbeitet Preukschat derzeit intensiv.

Die Kinder- und Jugendtherapeutin hat ein eigens auf Kinder und Jugendliche ausgerichtetes Kopfschmerztraining entwickelt und bietet dies seit Anfang Februar für Kinder und Jugendliche in Kleingruppen in ihrer Praxis in Homberg immer montags an. „Betroffene lernen, wie die Schmerzen entstehen, welche Techniken und Strategien helfen, besser mit dem Schmerz umzugehen und Stress zu reduzieren“, erklärt die Psychologin. Es hätten sich Entspannungsverfahren wie Meditation oder Traumreisen und Ablenkungsstrategien bewährt, dies bestätige die Wissenschaft.

Auch die Vorsitzende des Berufsverbands der Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten, Beate Leinberger, bestätigt auf Anfrage: „Meditation als Behandlungsmethode ist sinnvoll. Bei Spannungskopfschmerz ist etwa Meditation, wie viele andere Entspannungsverfahren auch, signifikant wirksam zur Stressregulierung.“ Anders sieht es bei Migräne aus. „Hier ist die Studienlage noch nicht so überzeugend, für manche scheint sie wirksam zu sein, für manche jedoch nicht – je nachdem, wie sehr Stress beim Auslösen der Attacken individuell eine Rolle spielt“, so Leinberger.

Zentral bei ihrem Schmerztraining sei auch, so Heike Preukschat weiter, dass die Kinder die Schmerzen im Kopf weniger wahrnähmen und sich ablenkten. Dabei helfe ebenso die Gruppensituation. „Es ist total entlastend für die Kinder festzustellen, dass andere auch über Kopfschmerzen klagen, Man also nicht alleine ist mit dem Schmerz“.

Das alles ist natürlich keine Garantie dafür, dass man auch die Schmerzen in den Griff bekommt oder die Kopfschmerzen besiegt, aber durch das Mehr an Wissen über Schmerzen und deren Wirkung könne man den Kindern zumindest das Gefühl und die Einstellung vermitteln, sich von den Schmerzen nicht beherrschen zu lassen, nicht „machtlos zu sein“. Schließlich, so Preukschat, stecke in jedem von uns ein Fakir, „denn unsere Gedanken und unser Verhalten wirken sich auf unser Empfinden aus“.

Problematisch ist es oft, die Ursache für Kopfschmerzen und Migräne ausfindig zu machen, sagt Preukschat. „Oft treten Schmerzen familiär gehäuft auf.“ Wichtig sei es, die Schmerzen anzuerkennen und gegen sie durch ein Schmerztraining konsequent anzugehen.