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Projekt für 1,7 Millionen Euro

Projekt : Abpfiff für den letzten Aschenplatz

Die Anlage an der Schwarzbachstraße bekommt einen hochmodernen Belag. Die Kosten betragen rund 1,7 Millionen Euro. Wie die meisten anderen Ratinger Sportplätze erhält das Spielfeld an der Schwarzbachstraße einen Kunstrasen – aber einen ganz besonderen, wie es hieß.

Eine Sport-Epoche geht zu Ende. Und unzählige Fußballer werden angesichts erlittener Schürfwunden auf kratzigem Belag dieses Spielfeld wohl nicht vermissen. Die Arbeiten zur Modernisierung des Sportplatzes an der Schwarzbachstraße haben begonnen. Jetzt informierten Bürgermeister Klaus Pesch sowie Vertreter der Fachverwaltung, der Planer und der ausführenden Firma über die Sanierung der letzten Ratinger Sportfreianlage mit Aschenbelag.

Wie die meisten anderen Ratinger Sportplätze erhält das Spielfeld an der Schwarzbachstraße einen Kunstrasen – aber einen ganz besonderen, wie es hieß. „Aus Umweltschutzgründen gehen wir hier neue Wege“, sagte Bürgermeister Klaus Pesch. „Um den Eintrag von Mikroplastik in die Umwelt zu vermeiden, verzichtet die Stadt hier auf das übliche Kunststoffgranulat als Füllmaterial für den Belag. Stattdessen verwenden wir Rundkornsand.“ Dieser ermöglicht nach Angaben der Stadt gute Spieleigenschaften und vermindert das Verletzungsrisiko gegenüber Quarzsand. Darüber hinaus sei der neue Kunststoffrasenbelag gelenkschonend.

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Die Europäische Chemikalienagentur (ECHA) hatte mit ihrem Gutachten über die Umweltbelastung durch Granulat auf Kunstrasenplätzen für erhebliches Aufsehen gesorgt und die Debatte ins Rollen gebracht.

Um den Kunstrasen nutzen zu können, brauchen Sportler die sogenannte Füllung. Sie dämpft und schützt Spieler vor Verletzungen. Auf jedem Quadratmeter landen im Schnitt fünf Kilo Gummigranulat – auf einem Fußballplatz liegen etwa 35 Tonnen. Das Granulat muss immer wieder nachgefüllt werden, um Löcher zu stopfen, weil Wind, Regen und Reinigungsmaschinen die Substanz zwischen den Halmen heraus lösen und in Gewässer und auf Felder tragen.

Forscher des Fraunhofer-Instituts haben in einer Studie festgestellt: Sportplätze mit Kunstrasen sind eine der größten Quellen von Mikroplastik. In Deutschland seien sie pro Jahr für geschätzt bis zu 10.000 Tonnen Mikroplastik in der Umwelt verantwortlich.

Doch zurück zum aktuellen Projekt: Neben der entsprechenden Sanierung des Großspielfelds wird auch eine „Soccer-Box“ neu errichtet. Dazu wird es vier Rundlaufbahnen und sechs Sprintbahnen mit Kunststoffbelag geben. Zwei Sprunggruben für Weit- und Dreisprung sowie ein Kugelstoßkreis komplettieren die Leichtathletik-Infrastruktur.

Das macht den Platz zu einer attraktiven Schulsportstätte für das Carl Friedrich von Weizsäcker-Gymnasium und die Liebfrauenschule, auf Wunsch auch für die Gebrüder-Grimm-Schule. Darüber hinaus wird der Platz von zwei Vereinen genutzt. Er ist zum einen die Heimat von Türkgücü Ratingen, außerdem hat die Spielvereinigung Ratingen 04/19 Bedarf an Trainingszeiten für ihre Jugendmannschaften angemeldet, die auf der Bezirkssportanlage am Götschenbeck nicht ausreichend angeboten werden können. Leichtathletik-Vereine haben bereits angefragt, ob sie Trainingszeiten bekommen können. Die Trainingsbeleuchtungs- und die Beregnungsanlage werden im Zuge der Baumaßnahme erneuert, die defekten Ballfangzäune durch geräuschdämmende Gittermatten ersetzt. Die Stadt investiert rund 1,7 Millionen Euro in die Anlage, die Ende des Jahres 2020 fertiggestellt sein soll.