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Privates Impfzentrum arbeitet im Auftrag des Kreises in Heiligenhaus

Heiligenhaus : Impfzentrum öffnet an der Hauptstraße

An der Hauptstraße 179 gibt es ab Mittwoch, 19. Januar, die Möglichkeit, sich impfen zu lassen. Julia und Claudius Reckeweg sind die ersten privaten Betreiber, die diese Aufgabe im Auftrag des Kreises übernehmen.

Inzwischen ist der ehemalige Rewe-Markt an der Hauptstraße kaum noch wiederzuerkennen. Plastikstühle, auf Abstand gestellt und Pavillonzelte bestimmen drinnen die Ansicht zwischen den getrennten Ein- und Ausgängen. Es ist großzügig viel Platz. Hier stellten Julia und Claudius Reckeweg am Dienstag ihre sehr besondere Idee vor, die zugleich im Kreis Mettmann eine Premiere bedeutet. Das Ehepaar und sein Team eröffnen das erste, privat betriebene Impfzentrum im Auftrag des Kreises. 

Entstanden und auf den Weg gebracht ist etwas, das Landrat Thomas Hendele bei der Vorab-Besichtigung am Dienstag einen „vergaberechtlichen Erstling“ nannte. Die übrigen acht Einrichtungen zu Impf-Zwecken laufen organisiert von Hilfsorganisationen und Kassenärztlicher Vereinigung. In allen Projekterläuterungen stand jedoch weniger die juristische Konstruktion des neuen Impfzentrums als dessen Nutzen und Möglichkeiten.

Das wird geboten: Wochentäglich von 14 bis 19 Uhr, samstags und sonntags von 9 bis 16 Uhr, ist geöffnet. Erst-, Zweit- und Boosterimpfungen werden an Personen ab 12 Jahre verabreicht, bis zu 200 am Tag, so die bisherige Planung. Termine werden vorläufig nicht vergeben, hier wollen die Reckewegs erst die Entwicklung der Nachfrage abwarten. Ein Buchungssystem ist aber auf Sicht vorgesehen. „Wir wollen ganz bewusst ein möglichst niederschwelliges Angebot machen“, sagt Claudius Reckeweg. Für die Lieferung des Impfstoffs und der Schutzausrüstung fürs Team bleibt der Kreis zuständig.

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So sieht das Team aus: Impfarzt ist Dr. Walter Küster, unterstützt von einem Trio (siehe Infokasten) und weiteren Helfern für die formale Abwicklung. Sollte sich die Nachfrage steil nach oben entwickeln, stünden zwei weitere Heiligenhauser Ärzte im Hintergrund parat. Julia Reckeweg geht von enormer Nachfrage aus: „Das Interesse ist riesig, das haben wir bei unseren Vorbereitungen bemerkt.“ Durch die ehemaligen Supermarkt-Schaufenster waren die Arbeiten für Passanten gut nachzuverfolgen.

Das sagt die Statistik: Landrat Hendele zog eine kurze Zwischenbilanz. 4500 Erstimpfungen stehen seit Jahresbeginn für den Kreis Mettmann zu Buche. 67 Prozent der Menschen im Kreis Mettmann haben zwei Impfungen hinter sich gebracht. Hendele verband das mit dem eindringlichen Appell: „Bitte überprüfen Sie Ihre persönliche Position und lassen Sie sich impfen.“

Die Sicht der Stadt Heiligenhaus: Bürgermeister Beck betonte vor allem den Pluspunkt der optimalen Lage des neuen Impfzentrums (“mit reichlich Gratis-Parkplätzen in der Nähe“). Zudem seien die Räume in Pandemiezeiten vom Ehepaar Reckeweg auch schon als Testzentrum aufgebaut worden. Und noch mehr Lob vorab: „Das alles hier strahlt Professionalität aus.“ Das sah der Landrat ebenso, er hatte dabei auch die Einhaltung von Schutzvorschriften im Kopf: „Es geht vor allem um die Eignung der Räume.“ An der Hauptstraße gibt es damit kein Problem.

Und somit die Chance, „im Verlauf des Jahres – von diesem Zeitraum muss man inzwischen ja wohl ausgehen – die pandemische Lage im Griff zu haben“, sagte Beck.