1. NRW
  2. Städte
  3. Ratingen

Ratingen: Polizei will Fans vor Randale schützen

Ratingen : Polizei will Fans vor Randale schützen

Vor dem Spiel zwischen 04/19 und dem KFC Uerdingen am Sonntag gibt es strenge Sicherheitsauflagen: Der gastgebende Verein hat 45 professionelle Security-Kräfte engagiert. Die Polizei spricht von einem Risiko-Spiel.

Für die Sportler ist die Partie am Sonntag (Beginn 14.15 Uhr) kein normales Aufeinandertreffen, schließlich kommt der bisher ungeschlagene Spitzenreiter KFC Uerdingen ins Stadion. Und 04/19, der Gastgeber, will dem Tabellenführer die erste Niederlage beibringen. Doch im Vorfeld der Begegnung spielt der Sport nur eine Nebenrolle. Grund: Die Polizei hat diese Partie als sogenanntes Risikospiel eingestuft. Frank Sobotta, Sprecher der Kreispolizeibehörde Mettmann, bestätigte auf RP-Anfrage, dass man Randale unbedingt vermeiden wolle.

Im April des Jahres 2011 war es in Ratingen zu schweren Ausschreitungen zwischen Krefelder Hooligans und der Polizei gekommen. 14 Personen wurden verletzt. Sobotta betont: "Wir werden mit unser Präsenz zeigen, wer das Sagen hat." Wie viele Einsatzkräfte im und am Stadion unterwegs sein werden, wollte Sobotta aus taktischen Gründen nicht sagen. Fest steht jedoch, dass es massive personelle Verstärkungen aus benachbarten Städten geben wird. Botschaft: kein Risiko eingehen bei diesem Risikospiel. Im April 2011 waren einige Krefelder Hooligans der Kategorie C dabei, also polizeibekannt, gewaltbereit und mit Stadionverboten belegt. Die Polizei hat diese Personen im Visier — und dies bereits auf dem Weg nach Ratingen.

  • Ratingen : Spieler und Fans prügeln sich nach Fußballspiel
  • Kommentar zum Spiel Würzburg - KFC Uerdingen
  • Spieler des KFC Uerdingen freuen sich
    Fußball-Regionalliga : KFC Uerdingen ist Meister

Sobotta rät den Fußball-Fans, die sich auf den Sport konzentrieren wollen, Abstand zu halten und sich von den gewaltbereiten Chaoten zu distanzieren. Man sollte sich also nicht in den Block dieser vermeintlichen Fans stellen und unbedingt Distanz wahren, betont der Polizeisprecher, der einräumt, dass die Stadien in den unteren Ligen für derartige Risikospiele gar nicht geeignet seien. Nur im Velberter Stadion sei es möglich, rivalisierende Fangruppen streng voneinander zu trennen, meinte Sobotta.

Die Stadt Ratingen hat als Eigentümerin alle von der Kreispolizeibehörde gemachten Auflagen umgesetzt. Bauzäune zur Unterteilung wurden errichtet und Drängelgitter. "Sportamtsleiter Jörg Arndt hat ganze Arbeit geleistet", sagt Jens Stieghorst, der Vorsitzende von Ratingen 04/19.

Aber auch beide Vereine haben alles getan, damit alles friedlich bleibt. So hat der RSV 55 Ordner, davon 45 professionelle Security-Kräfte, engagiert. Zusätzliche Toiletten und Imbissstände wurden errichtet. Alkohol wird nicht ausgegeben. Natürlich sind auch Sanitätsdienst und Feuerwehr vor Ort.

Der KFC Uerdingen kommt mit eigenem Sicherheitspersonal, fünf geschulten und zehn weiteren Ordnern. Auch das Krefelder Organisationsteam unter Leitung von Andreas Scholten wird im Einsatz sein.

Der Verband stimmte einer angedachten Spielverlegung nicht zu. Ratingen habe eines der modernsten Oberliga-Stadien mit drei separaten Eingängen.

Ratingen 04/19 droht gegen den ungeschlagenen Spitzenreiter nicht nur sportlich, sondern vor allem finanziell ein schmerzliches Minus. "Natürlich haben wir erhebliche Zusatzkosten", räumt Jens Stieghorst ein — rund 8000 Euro. "Aber wir hoffen, dass uns die Ratinger nicht im Stich lassen. Ich glaube, dass wir ein friedliches Fußballfest erleben, ich freue mich auf ein spannendes Spiel."

Hier geht es zur Bilderstrecke: KFC Uerdingen in Ratingen: Spielabbruch

(RP/ac/ila)