Polizei in Ratingen nimmt Trickbetrügerin fest

Enkeltrick hat nur Teilerfolg : Polizei nimmt Trickbetrügerin fest

(RP) Der Kreispolizeibehörde Mettmann in Ratingen ist es am Mittwoch gelungen, eine 23 Jahre alte Trickbetrügerin auf frischer Tat festzunehmen. Die Frau fungierte als Abholerin nach einem so genannten "Enkeltrick" zum Nachteil einer 83-jährigen Ratingerin.

Das war passiert:Bereits am Dienstag hatte ein Mann bei einer 83-jährigen Frau in Ratingen-Lintorf angerufen und sich als ihr Sohn ausgegeben. Der Anrufer gab an, gerade eine Wohnung gekauft zu haben, nun aber eine größere Summe Bargeld zu benötigen, um den Kauf abzuschließen. Durch geschickte Gesprächsführung schaffte es der Anrufer tatsächlich, sich das Vertrauen der Seniorin zu erschleichen, die letztendlich wirklich glaubte, mit ihrem Sohn zu sprechen. Sie erklärte sich dazu bereit, eine fünfstellige Summe Bargeld in einen Umschlag zu stecken und diesen an eine Abholerin, welche angeblich von ihrer Bank sei, auszuhändigen.

Als wenig später eine Frau an der Tür der Ratingerin klingelte, übergab die Seniorin der ihr unbekannten Frau das Geld. Einige Minuten später schellte dann erneut das Telefon der Ratingerin, wieder war ihr vermeintlicher "Sohn" in der Leitung. Er verlangte nun noch mehr Geld und man einigte sich schließlich darauf, sich am nächsten Morgen erneut zu treffen.

Kurz darauf rief die 83-Jährige dann ihren echten Sohn an und teilte ihm mit, sie habe gerade wie vereinbart Geld übergeben. Hierbei flog der Schwindel auf und der Sohn alarmierte die Polizei, welche allerdings bei einer sofort eingeleiteten Fahndung zunächst keine verdächtige Person antreffen konnte.

Am Mittwoch klickten dann jedoch die Handschellen: Polizeibeamte hatten das Haus der Ratingerin observiert und auf das Erscheinen der Abholerin gewartet. Als die Frau an dem Haus der Ratingerin klingelte, wurde sie von den Polizisten festgenommen und zur Wache gebracht. Sie wurde von der 83-Jährigen eindeutig als jene Frau identifiziert, die bereits am Vortag das Geld abgeholt hatte.

Bei der 23-Jährigen handelt es sich um eine bereits im Ausland vorbestrafte Frau, welche in Deutschland über keinen festen Wohnsitz verfügt. Auf Anordnung der Staatsanwaltschaft wird aktuell eine Vorführung der dringend Tatverdächtigen bei einem Haftrichter geprüft. Die Ermittlungen in dem Fall dauern nach wie vor an.