Ratingen: Polen und Deutsche spielen Theater

Ratingen : Polen und Deutsche spielen Theater

Bei der Neanderland Biennale erarbeiten Künstler beider Länder im Juni und Juli zwei besondere Theaterstücke.

Deutsche und Polen gemeinsam auf der Bühne, auf dem Regiestuhl, hinter der Bühne: Der Kreis Mettmann erlebt im Sommer eine spannende Theaterfestival-Kooperation mit Spitzenleuten aus dem östlichen Nachbarland. "So eine Zusammenarbeit mit den besonderen Projekten ist sehr selten", sagte Intendant Uwe Muth jetzt bei der Vorstellung zweiter ganz besonderer Theaterstücke inmitten des Programms der diesjährigen Neanderland Biennale vom 7. Juni bis zum 7. Juli mit insgesamt 27 Theateraufführungen und -lesungen.

Am 7. Juni startet die Neanderland Biennale 2013 im Kreis Mettmann. Einen Monat lang sehen dann die Besucher des großen Theaterfestivals buchstäblich und auch im übertragenen Sinne "Rot", das Thema des diesjährigen Festivals. Packend interpretiert von deutschen und polnischen Ensembles stehen viele Stücke auf dem Regieplan. Im Vorfeld des Festivals wurden zwei deutsch-polnische Kooperationsprojekte ins Leben gerufen, in denen von deutschen und polnischen Darstellern neue Inszenierungen für die Neanderland Biennale erarbeitet wurden.

Entstanden sind die Inszenierungen "Apokalypse" (am 2. Juli in Haan) mit dem Versuch, das wohl geheimnisvollste Buch des Neuen Testaments "lesbar" zu machen, und "Das gelobte Land" (am 6. Juli in Ratingen), ein Projekt zum Thema Auswanderung, Entfremdung und Heimat.

Das Theater KTO aus Krakau hat "Apokalypse" in Polen bereits mehrfach aufgeführt. Bei der Neanderland Biennale kommen deutsche Schauspieler und Musiker dazu und übernehmen auch Rollen des Stücks. Zwei Tage gemeinsames Proben sind geplant, "aber wir büffeln bereits unsere Texte", sagt Marc-Oliver Teschke der den Propheten Johannes spielt. Schauspielerin Nicole Keusen freut sich besonders über die Vielfalt des Stücks und findet es äußerst spannend, "ein Stück mit zwei Sprachen zu erarbeiten".

"Das gelobte Land" handelt von der Geschichte zweier Familien, eine Art Romeo-und-Julia-Stoff, in dem es um Migration, Fremdheit, Heimweh und Vorurteile geht. Deutsche und polnische Profis, vom Theater KTO aus Krakau und deutsche Kollegen aus der Region, erarbeiten sich den Stoff mit Regisseur Jerzy Zon.

Melissa Pohlmann spielte bereits in der 2012 entstandenen Produktion "Hamlet" des RheinRuhrTheaters mit, die in der Neanderlandhalle in Mettmann Premiere hatte. Sie freue sich besonders auf die Rolle, die ganz ohne Sprache auskomme. "Alles wird über den Körper ausgedrückt."

Karten für die jeweiligen Veranstaltungen gibt es unter der Homepage des Theaterfestivals www.neanderland-biennale.de. Das vollständige Programmheft kann man kostenfrei ab Mitte Mai beim Kreis Mettmann am Info-Service unter Telefon 02104 990 bestellen.

(RP)
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