Heiligenhaus: Planer nehmen die Oberstadt ins Visier

Heiligenhaus : Planer nehmen die Oberstadt ins Visier

Es ergeben sich neue Chancen, wenn Grundstücke in den Flächenpool des Landes aufgenommen werden sollten.

Alte Firmegelände in der Innenstadt stehen weiter im Fokus der Planer. Dazu möchten sie nach Möglichkeit neue Instrumente nutzen. Eines davon ist der Flächenpool NRW. Dabei handelt es sich um ein Angebot des Landes für externe Beratung dazu, was langfristig aus den Flächen werden soll. Die Stadt hat sich auf Initiative der SPD im Rat beim Land mit drei Flächen um Aufnahme beworben.

"Die Bewerbungsfrist endete im Dezember, im Februar oder März entscheidet sich, ob wir mit hineinkommen in dieses Programm", sagt der Beigeordnete Harald Flügge. Es geht grob um das Gebiet Oberstadt zwischen Bahnhofstraße und Bayernstraße, beiderseits der Hauptstraße. Außerdem um ein altes Firmenareal in Hetterscheidt. Die Verwaltung habe sich vor der Bewerbung mit Grundstückseignern abgesprochen. "Wir sind da nicht blauäugig herangegangen", so Flügge. Das strategische Ziel: "Wir wollen uns gemeinsam Gedanken darüber machen, was langfristig, also in spätestens 15 bis 20 Jahren in der Oberstadt passieren wird."

Immerhin gehe es um eine innerstädtische Toplage. Der langfristige Ansatz könne auch verhindern helfen, dass sich ein so zähes Vorankommen wie bei der Neunutzung der Hitzbleck-Brache hinter dem Rathaus wiederhole. Die erwünschte Teilhabe am Flächenpool NRW ist ein weiterer Baustein für das, was unter dem Namen "Masterplan Oberstadt" seit dem vergangenen Jahr verstärkt angegangen wird. Im April vergangenen Jahres gab es hierzu einen Workshop mit 30 Teilnehmern - allesamt angehende Städteplaner, die ihren Bachelor-Abschluss zu diesem Zeitpunkt schon in der Tasche hatten.

Begleitet wird das Projekt von Prof. Andreas Fritzen und Prof. Kathrin Volk. Die Aufgabenstellung umfasst das Aufzeigen städtebaulicher Entwicklungschancen für den Stadtbereich nördlich der Innenstadt mit dem Hitzbleck-Gelände, dem Umfeld der Linderfeld- und Bahnhofstraße sowie dem Bereich südlich der Hauptstraße/Bayernstraße.

Speziell mit Blick auf die Hitzfeld-Industriebrache mitten in der Stadt kamen Ideen auf den Tisch von einem Kunst- und Kulturzentrum, einem Programmkino bis hin zu Werkstätten und Wohnungen. "Planen mit akademischer Freiheit, aber ohne den Bezug zur Praxis zu verlieren", nannte Fritzen das. Inzwischen sind die Workshop-Arbeiten in Form gebracht. Sie liegen auch im Rathaus wieder vor. "Wir haben vor, die Ergebnisse im April oder Mai zu zeigen. Dabei ist klar, dass wir sie als Denkanstöße sehen, nicht als vorbereitende Planungen", erläutert Flügge. Die Arbeiten sollen ausführlich begründet und erklärt werden. Die genaue Form ist bisher noch offen. Zeigen wird sich nach den Worten des Beigeordneten auch, dass Bewertungen der Arbeiten - abseits von der Notengebung - zwischen Hochschullehrern und Stadtplanern durchaus voneinander abweichen können.

Dennoch, es geht um mehr als fantasievolle Produkte. Mit der Beteiligung studentischer Workshops hat man in Heiligenhaus bereits gute Erfahrungen gemacht. So ging die komplette Neugestaltung des Areals rund um die Alte Kirche nicht zuletzt auf Ideen aus solchen Workshops hervor.

(RP)