Gefahren durch Überwucherung : Ärger über zugewucherte Radwege

Immer wieder kommt es zu Beschwerden, weil Straßen und Wege überwuchert sind. Die SPD nennt als drastisches Beispiel die Brachter Straße in Ratingen Ost. Der Landesbetrieb erklärt seine Aufgaben.

Es grünt so grün. Und es wuchert und wuchert. Die Vegetation in der Region sorgt für prachtvolle Bilder – aber auch für Gefahren. Die SPD-Fraktion bemängelt,   dass mit unterschiedlichen Straßenbaulastträgern die Pflege und Unterhaltung an Geh- und Radwegen sehr unterschiedlich ausfällt. „So ist es jedes Jahr aufs Neue ein Ärgernis“, urteilt Christian Wiglow, SPD-Fraktionsvorsitzender, „mit dem Durchstarten der Vegetation wachsen Radwege zu und sind de facto nur noch einspurig.“

Begegnungsverkehre seien kaum möglich und „zwingen einen Teil in Brennnesseln oder Brombeerranken“. Besonders schlecht ist aus Sicht der SPD die Situation an der Brachter Straße in Ratingen Ost, an der Mettmanner Straße und der Düsseldorfer Straße auf dem Weg nach Düsseldorf.

Dabei handele es sich um Landstraßen, der Landesbetrieb Straßen. NRW sei zuständig. Und der habe, so die SPD, seine eigenen Wartungsintervalle, die nicht immer mit den Problemlagen übereinstimmten, betont der Politiker.

Aus diesem Grunde wurde die Verwaltung schon mehrfach gebeten, zusammen mit den zuständigen Straßenbaulastträgern eine Lösung zu finden –  „bisher ohne durchschlagende Erfolge“. Daher wird die SPD im nächsten Ausschuss für Stadtentwicklung und Mobilität dieses Thema erneut ansprechen.

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RP-Leser Peter Römer hat Straßen.NRW eine E-Mail geschickt. Wie in jedem Jahr weise er darauf hin, dass der Radweg am Blyth-Valley-Ring (jetzt Fritz-Bauer-Straße) beidseitig stark zugewachsen sei und es jeden Tag zu unangenehmen Situationen zwischen Radlern und anderen Verkehrsteilnehmern komme. Auch der Belag werde immer schlechter, sodass sich Unfallgefahren ergeben.

„Ich will von Ihnen wissen, wann der Radweg freigeschnitten, gereinigt und in einen fahrradfreundlichen (Ratingen soll ja angeblich fahrradfreundlich sein?!) Zustand versetzt wird“, heißt es in dem Schreiben an den Landesbetrieb. Erst in der vergangenen Woche  sei eine Radlerin dort schwer gestürzt. „Regelmäßig entferne ich morgens Äste vom Radweg, um nicht selber zu stürzen,  anrainende Schrebergärtner schneiden das Gras vor ihrem Grundstück mit einem Freischneider und lassen das abgemähte Gras einfach auf dem Radweg liegen“, teilt er mit. Auch der Radweg stadtauswärts entlang der Düsseldorfer Straße/Reichswaldallee sei in einem „ätzendem Zustand“.

Nach Angaben von Straßen.NRW  lebt und verändert sich der „Baustoff“ Pflanze ständig. Deshalb müssen Gehölzflächen an Straßen immer wieder gepflegt werden. Die Gehölzpflege richtet sich nach den Vorgaben des „Gesetzes über Naturschutz und Landschaftspflege“ (Bundesnaturschutzgesetz, BNatSchG) und den Hinweisen für die Gehölzpflege an Bundesfern- und Landesstraßen in Nordrhein-Westfalen.

Damit werde gewährleistet, dass die Anforderungen des Natur- und Artenschutzes Berücksichtigung finden. Die regelmäßige Gehölzpflege findet vom 1. Oktober bis 28. Februar statt. Während der übrigen Zeit, der Vegetationsphase, muss bei Maßnahmen der Gehölzpflege die Verkehrssicherheit gefährdet sein. Form- und Pflegeschnitte sind auch erlaubt. Straßen.NRW betreibt nach eigenen Angaben seine Gehölzpflege im ständigen Dialog mit den Fach- und Naturschutzbehörden.

Der Landesbetrieb setzt auf die selektive Bestandspflege. Bei dieser Methode werden Sträucher, die im Randbereich zur Straße stehen, zurückgeschnitten, im hinteren Bereich werden einzelne Bäume entfernt, damit deren Nachbarn freier stehen. In den dabei entstehenden Zwischenräumen kann sich dann eine neue Pflanzengeneration entwickeln.

Für die Gehölzpflegesaison von Oktober bis März erstellt Straßen.NRW in jedem Jahr einen Arbeitsplan. Im Internet sind die vorgesehenen Strecken markiert, an denen der Baum und Strauchbestand gepflegt wird. Zusätzlich werden die Arbeiten, wenn sie den Verkehr stark beeinträchtigen oder große Flächen betreffen, mit den Kommunen abgestimmt und kurzfristig angekündigt.

Straßen.NRW gestaltet das so genannte Straßenbegleitgrün nach dem Stufenprinzip. Um Einzelbäumen bessere Entwicklungsmöglichkeiten zu geben und so deren Standsicherheit zu erhöhen, sind dichte Bestände so verjüngt worden, dass es einen mehrstufigen Aufbau vom Grasstreifen am Straßenrand über Büsche bis zu Bäumen im hinteren Böschungsbereich gibt.

Was klar ist: Die personellen Kapazitäten sind begrenzt. Auch die Abteilung Stadtgrün der Kommunalen Dienste kann nicht überall sein.