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Ratingen: Pfauen-Nachwuchs in der Wasserburg

Ratingen : Pfauen-Nachwuchs in der Wasserburg

Am Dienstagmorgen war es soweit: Mama Dorothea präsentierte Hausherrin Christa Lambart ihre sechs Küken.

Eigentlich war Christa Lambart am Dienstagmorgen gerade dabei, für sich und Ehemann Bruno das Frühstück vorzubereiten - doch dann kam plötzlich alles ganz anders: "Auf einmal stand unsere Pfauendame Dorothea mit sechs Küken auf unserer Terrasse", erinnert sich die Hausherrin der Wasserburg Haus zum Haus am Mühlenkämpchen. Seit einem Jahr wohnt Dorothea erst auf dem Gelände, nachdem ihre Vorgängerin samt Gelege im vergangenen Jahr von einem Fuchs gerissen wurde. Pfau Hermann trauerte scheinbar nicht allzu lange, nachdem die Lambarts ihm eine neue Gefährtin besorgt hatten.

Seit vielen Jahren leben Pfauen rund um die Wasserburg, immer benannt nach dem Goethe-Paar: "Nachwuchs haben wir regelmäßig, aber noch nie sechs Küken auf einen Streich", freut sich Christa Lambart, derzeit auf der Suche nach Namen für den fiependen Nachwuchs, der Mutter Dorothea ganz schön auf Trab hält: "Da haben wir aber noch etwas Zeit. Wir wissen ja noch nicht einmal, welches Geschlecht die Tiere haben", so Lambart, die schon damit gerechnet hatte, dass Nachwuchs ins Haus steht. Wo Dorothea allerdings ihr Nest gebaut hat, weiß die Hausherrin auch nicht genau: "Ich habe eine Ahnung, aber es war schon sehr gut versteckt. Dorothea ist regelmäßig gekommen, weil sie Hunger hatte, ist dann aber immer Umwege gegangen, so dass wir nur vermuten können, wo genau sie ihr Versteck gebaut hat."

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Das prächtige Tier hat so viel Vertrauen zu den Lambarts, dass es sofort nach der Geburt stolz seinen Nachwuchs vorführte - und damit hektische Betriebsamkeit auslöste: "Wir haben dann schnell versucht, die ganze Pfauen-Familie in Richtung des Schlosshofes zu treiben, wo sie geschützt ist. Das war gar nicht so einfach, hat aber letztlich mit Geschick und Futter als Lockmittel ganz gut geklappt", erinnert sich Christa Lambart. Damit sie erst einmal nicht abhauen können, ist seitdem das Tor verschlossen, ein Schild weist auf die neuen Bewohner hin.

Die halten derweil Mama Dorothea ganz schön in Bewegung, erkunden neugierig das Terrain zwischen den alten Mauern - immer begleitet von einem hohen Fiepton: "Das funktioniert fast wie ein Echolot. So weiß die Mutter immer ganz genau, wo die Kleinen sind, auch wenn sie sie einmal aus den Augen verlieren sollte", erzählt Christa Lambart. Den Nachwuchs will sie erst einmal behalten: "Wir werden sie auf jeden Fall groß ziehen bis zum Frühjahr, dann sehen wir weiter. Zunächst müssen alle erst einmal durchkommen und die ersten Tage überleben." Auch wenn das halbe Dutzend derzeit keck durch die Weltgeschichte läuft, selbstverständlich ist das Überleben der Jungtiere nicht: "Aber wir hoffen das Beste", freut sich Christa Lambart, die jetzt mehrmals am Tag nach der jungen Familie sieht.

Und auch Ehemann Bruno Lambart hat die Kleinen in sein Herz geschlossen: "Vorhin habe ich mich einfach auf eine Bank gesetzt und mir in alle Ruhe die Familien-Putzstunde angeschaut. Das war ein tolles Bild, wie alle im Kreis standen und fein säuberlich nachgemacht haben, was Dorothea ihnen vorgemacht hat." Sehr gefreut hat sich Christa Lambart übrigens darüber, dass die Pfauendame ihren Nachwuchs unmittelbar nach dem Schlüpfen vorführte: "Auch wenn sie erst ein Jahr bei uns lebt, hat sie doch schon ein sehr starkes Zugehörigkeitsgefühl entwickelt." Vater Hermann hatte beim ersten öffentlichen Termin seines Nachwuchses übrigens Besseres zu tun: Er sonnte sich in der Nähe des Burggrabens.

(RP)