1. NRW
  2. Städte
  3. Ratingen

Pfarrer Matthias Leithe über die Krise als Chance

Angedacht : Die Corona-Krise als Chance für Veränderungen

Diese Corona-Krise rückte dabei Dinge in den Focus, die uns zuvor auf Grund unseres selbstverständlich erachteten Lebenswandels aus dem Blick gerieten. Es wuchs die Erkenntnis, dass die Langsamkeit der auferlegten Zwangspausen ein „immer weiter, schneller und höher“ relativierte.

Ein Virus verändert die Welt. Viele erlebten die notwendigen Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie als Einschränkung der persönlichen Freiheit. Andere fühlten sich bestärkt, zur Vorsicht zu mahnen. „Zurück zur gewohnten Normalität des Alltäglichen“ forderten dann die einen, während andere über die „neue Normalität“ nach Corona philosophierten.

Die allgemeine Ratlosigkeit und Verunsicherung, die das hervorrief, bewahrte viele davor, dem wichtigtuerischen Geschwätz der selbsternannten Heils- und Unheilspropheten zu erliegen.

Diese Krise rückte dabei Dinge in den Focus, die uns zuvor auf Grund unseres selbstverständlich erachteten Lebenswandels aus dem Blick gerieten. Es wuchs die Erkenntnis, dass die Langsamkeit der auferlegten Zwangspausen ein „immer weiter, schneller und höher“ relativierte.

Die Krise geriet zur Chance für Klärungen, Entwicklungen und Veränderungen. Bewährtes und auch Liebgewonnenes – alles, was so selbstverständlich schien, wurde mitunter fraglich. Das kann im Moment schmerzlich sein, dann aber auch den Boden für neue Entwicklungen und verheißungsvolle Aufbrüche bereiten.

Themen wie „Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung“ stehen mitunter wieder ganz oben auf der Agenda ökonomischer, ökologischer und theologischer Diskussionen, um im Zusammenleben der Menschen Ziel und Richtung zu weisen.