1. NRW
  2. Städte
  3. Ratingen

Pettersson und Findus auf der Freilichtbühne am Blauen See

Theatersaison am Blauen See startet : Duft von Abenteuer weht am Blauen See

Corona sorgt für verspäteten Saisonstart. Ab 4. Juli wirbeln Pettersson und Findus über die Freilichtbühne. Bis Oktober sind 32 Vorstellungen geplant. Der Kartenverkauf hat bereits begonnen.

Die vergangenen Wochen waren für das Ensemble des Theaterconcept eine emotionale Berg- und Talfahrt. „Die Corona-Bestimmungen haben sich in den letzten Wochen fast täglich geändert“, so Regisseur Ralph Reiniger. Schwierig, unter diesen Umständen zu planen. Wochenlang sah es so aus, als würde die Saison komplett ins Wasser fallen. Doch die Schauspieler gaben die Hoffnung nicht auf.

„Wir hatten einfach Bock zu spielen“, so Reiniger. Also machte sich die Truppe daran, ein Konzept zu entwickeln, um das Stück „Die Abenteuer von Pettersson und Findus“ doch noch auf die Bühne am Blauen See zu bringen. Dabei musste das Team ordentlich abspecken. Statt 1250 Personen sind diesmal nur zwischen 300 und 350 Gäste auf der Tribüne zugelassen. Das Personal wird aufgestockt. „Am Einlass, auf der Tribüne und vor den Toiletten werden Helfer dafür sorgen, dass keine Menschentrauben entstehen“, erklärt Reiniger. Die obligatorischen 1,50 Meter Abstand werden vorher zwischen den Sitzplätzen markiert.

Wie gewohnt wird es in der Pause dir Möglichkeit für einen kleinen Imbiss geben. Die Stände für Eis und Getränke und die Würstchenbude werden so aufgebaut, dass sich die Wartenden nicht in die Quere kommen. „Der Waffelstand bleibt zu“, kündigt der Regisseur an. Nachdem das Rahmenkonzept stand, hielt das Ensemble die Luft an: Würden die Lockerungen eine Spielzeit zulassen?

„Die Ensemblemitglieder haben fast alle den staatlichen Zuschuss beantragt“, so Reiniger. Doch zum Überleben reichte das nicht. Deshalb ist das Team froh, dass es endlich weitergeht.“ Die finanziellen Sorgen sind damit noch lange nicht vom Tisch. „Ökonomisch ist die Saison eine Katastrophe“, gibt der Regisseur zu. „Alle Vormittagsvorstellungen sind weggebrochen. Das sind rund 10.000 Zuschauer.“ Viele Kitas und Schulklassen hatten schon gebucht. Das bereits gezahlte Eintrittsgeld musste umständlich zurückerstattet werden. „Das werden wir nie wieder einspielen.“ Die Hoffnung: Dass sich am Ende Einnahmen und Ausgaben die Waage halten.

Um wenigstens in der kommenden Saison die Kosten zu minimieren, hat sich Theaterconcept entschlossen, Pettersson und Findus auch im kommenden Jahr auf die Bühne zu bringen. Damit entfallen die Kosten für Bühnenbild und Kostüme. Jetzt richtet die Truppe den Blick erst einmal auf den 4. Juli. Um 15.30 Uhr beginnt die Premiere. Bis Mitte Oktober sind dann 32 Vorstellungen geplant. Ein Tipp von Ralph Reiniger: „Wir öffnen künftig zwei Stunden vor Vorstellungsbeginn, damit keine Warteschlangen entstehen.“

Vor zweieinhalb Wochen kam dann endlich das erlösende Startsignal für die Schauspieltruppe. Es darf geprobt werden. Die Spielsaison startet mit fünf Wochen Verspätung (Pfingsten hätte Premiere sein sollen). Die Kulisse, die bereits fertig installiert und dann sorgfältig eingepackt wurde, erwacht aus ihrem Dornröschenschlaf und wird jetzt mit Leben gefüllt. Ralph Reiniger verspricht den Zuschauern reichlich Action mit Pettersson und Findus. Eine temporeiche Choreografie mit viel Musik erzählt die schönsten Geschichten des Autors Sven Nordqvist.

„Es wird spektakuläre Verfolgungsjagden geben“, verrät der Regisseur. Dafür stellten sich die Schauspieler einer ganz besonderen Herausforderung: Sie lernten Traktorfahren. Sie bewegen nicht etwa ein modernes, landwirtschaftliches Gerät – nein, zwei richtig alte Schätzchen warten am Blauen See auf ihren Einsatz. Dazu wird es Szenen mit einer Seilbahn geben, eine abenteuerliche Bootstour und am Ende werden einige der Schauspieler auch nass. Aber mehr wird jetzt noch nicht verraten.