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Ratingen: Pesch stellt sich streikenden Erzieherinnen

Ratingen : Pesch stellt sich streikenden Erzieherinnen

Laut wurde es gestern Morgen auf dem Eutelis-Platz unmittelbar unter den Fenstern des Rathauses, hinter denen der Verwaltungsvorstand tagte. Rund 150 Ratinger Erzieherinnen hatten sich dort versammelt, um mit ihrem Chef, Bürgermeister Klaus Pesch, ein paar Worte über ihre Situation zu wechseln.

"Bei der großen Kundgebung am Montag auf dem Marktplatz war er leider nicht da. Deshalb haben wir morgens spontan entschieden, hierher zu kommen", so Personalratschefin Gesche Hansmeier. Und so wurde gesungen, gerufen und in die Trillerpfeifen gepustet - mit dem Ergebnis, dass sich der Verwaltungschef der Gruppe stellte: "Ich bin leider nicht der richtige Ansprechpartner für Sie, da ich nicht am Verhandlungstisch sitze", erklärte er und erntete dafür Pfiffe und Buhrufe.

Knappe fünf Minuten blieb er, hörte sich einen von den Streikenden selbst verfassten Protestsong auf eine Melodie der Toten Hosen an und verschwand wieder - und hinterließ enttäuschte Gesichter: "Dass er uns kein Geld versprechen kann, ist völlig klar. Aber ein Wort der Anerkennung für die Arbeit, die wir leisten, das wäre schön gewesen", machte eine Erzieherin ihrer Enttäuschung Luft - und erhielt dafür viel Zustimmung. In Hilden und Düsseldorf zum Beispiel hatten die Verwaltungschefs das nämlich lobend getan.

Es war nicht der einzige Misston, der den Streikenden sauer aufstieß: "Wenn schon der komplette Verwaltungsvorstand im ersten Obergeschoss tagt, wieso kommen nicht auch Personaldezernent Frank Mendack und Sozialdezernent Rolf Steuwe nach unten?", war eine viel diskutierte Frage.

(wol)