Heiligenhaus: Perspektiven für die Gesamtschule

Heiligenhaus: Perspektiven für die Gesamtschule

An der Hülsbecker Straße könnte es schon bald an die Erweiterungen gehen. 100 000 Euro aus dem Konjunkturpaket II sind ein erster Schritt. Um ungleich höhere Summen dürfte es gehen, wenn es zur Gründung eines Zweckverbandes kommt. Den wünscht der Rat einmütig.

Die Zukunft der städtischen Gesamtschule bestimmte Teile der Diskussion im Rat um Konjunkturpaket und Haushalt. Dabei setzten die Fraktionschefs in ihren Reden unterschiedliche Akzente. Generallinie bleibt, Gespräche mit Nachbarkommunen (Velbert an erster Stelle) zu führen, mit Blick auf einen künftigen Zweckverband (RP berichtete). Während es in Heiligenhaus allein nicht genügend Gesamtschul-Interessenten gibt, musste Velbert in der Vergangenheit zahlreiche Anmeldewünsche ablehnen.

Stefan Okon (WAHL) gab ein grundsätzliches Bekenntnis pro Gesamtschule ab: "Das Modell der Gesamtschule hat sich durchgesetzt. Das dreigliedrige Schulsystem wird den Anforderungen nicht mehr gerecht. Dem muss Rechnung getragen werden, gerade wenn man die eigene Hauptschule im Gegenzug schließt. Uns geht es darum, dass alle Schüler, die in Heiligenhaus zur Schule gehen, Bedingungen vorfinden, die einen reibungslosen Ablauf des Unterrichts gewährleisten."

Ralf Herre (CDU) formulierte seinen anhaltenden Ärger über die hohen Kosten, die der Stadt durch Schüler von auswärts entstehen: "Leider mussten wir auch in diesem Jahr feststellen, dass sich andere Städte durch die Beschulung ihrer Kinder in Heiligenhaus Freiräume im Haushalt schaffen." Im Laufe der Jahre habe das die Stadt Heiligenhaus "Investitionen in zweistelliger Millionenhöhe gekostet, andererseits seien ihr fünf Millionen Euro an Einnahmen entgangen". Erst mit Gründung eines Zweckverbandes könne "auswärtigen Trittbrettkommunen das Handwerk gelegt" werden.

Peter Kramer blickte für die SPD zurück und erinnerte daran, dass gemäß Musterraumprogramm des Landes "seit Jahren etliche Räume" an der Gesamtschule fehlen. Die Schulleiterin habe nur ihre Pflicht getan, als sie hier Abhilfe beantragte. Die bisherigen Folgen kommentierte Kramer süffisant: "Nach mittlerweile drei Monaten des Prüfens liegt immer noch kein Ergebnis vor. Es muss furchtbar schwer sein, in Deutschland festzustellen, welchen Raumanspruch eine Schule hat."

Reinhard Schulze Neuhoff (FDP) bat dringend darum, "die an vielen Stellen sehr emotionale Diskussion über die Kosten der Gesamtschule auf eine sachliche Ebene zu bringen".

Auch die FDP begrüße die Idee eines Zweckverbandes, "dem sich aus unserer Sicht auch noch gern die Stadt Mettmann anschließen kann".

(RP)