Ratingen/Heiligenhaus : Corona ruft Krisenstäbe auf den Plan

In Ratingen und Heiligenhaus verfolgt man das Geschehen in Westfalen sehr genau. Die sehr dynamische Entwicklung in den Kreisen Gütersloh und Warendorf werde mit Besorgnis zur Kenntnis genommen worden.

Bürgermeister Klaus Pesch beobachtet die Entwicklungen in den betroffenen Landkreisen in Westfalen sehr genau. Der Fall Tönnies zeige die unveränderte Gefährlichkeit des Coronavirus und vor allem die Gefahr explosionsartiger Infektionsverbreitungen. Ein einziger Fall Tönnies könne einen ganzen Landkreis und darüber hinaus relevante Verflechtungsgebiete auf einen Schlag von einem erfolgreichen Eingrenzungsstatus zu einem gemeingefährlichen Brennpunkt katapultieren, betonte der Verwaltungschef auf RP-Anfrage.

Pesch, der auch Mitglied des Krisenstabes ist, betonte: „Die Landkreise Gütersloh und Warendorf liegen rund 150 Kilometer entfernt – weit genug, um einen massiven Eintrag in unser Stadtgebiet wohl doch nicht konkret befürchten zu müssen. Andererseits ist die Massivität des dortigen Coronaausbruchs so gewaltig, dass auf jeden Fall – aus meiner Sicht landesweit – aller Anlass zu erhöhter Aufmerksamkeit und genauer Analyse der Coronaausbreitung besteht.“ Alleine die hohe Zahl der Infizierten muss laut Pesch zu konsequenten Vorsichtsmaßnahmen primär im Nahfeld des Infektionsherdes führen, damit dort der R-Faktor deutlich unter 1 gedrückt wird. Für den Status in Ratingen werde dies eine erhöhte Aufmerksamkeit und genauere Analyse des weiteren Infektionsverlaufs bedeuten. „Die hier bei uns relativ geringen Infektionszahlen würden auf aktuellem Niveau gravierende Grundrechtseingriffe aber nicht rechtfertigen“, so Pesch.

Die sehr dynamische Entwicklung des Infektionsgeschehens in den Kreisen Gütersloh und Warendorf ist auch seitens der Stadt Heiligenhaus mit Besorgnis zur Kenntnis genommen worden. Vor dem Hintergrund der sehr stabil auf niedrigem Niveau bestehenden Fallzahlen vor Ort und im Kreis Mettmann insgesamt seien derzeit keine weiteren Schritte oder Einschränkungen des Ist-Zustandes beabsichtigt. Das teilte die Verwaltung auf RP-Anfrage mit. Weiter heißt es: „Selbstverständlich war der Krisenstab sich in seiner letzten Sitzung darüber einig, die weiteren Entwicklungen in den beiden vorgenannten Kreisen sehr genau zu beobachten, um im notwendigen Bedarfsfall verschärfende Bedingungen wieder hochfahren zu können.“ Das Tagungsintervall des Krisenstabes wird zunächst bei der bisherigen Regelung beibehalten. Sofern notwendig, kann dieser aber innerhalb kürzester Zeit einberufen werden. Aufgrund der langjährigen Etablierung des Krisenstabs sind deren Mitglieder darauf eingestellt und haben selbstverständlich auch für die anstehende Ferien- und Urlaubszeit entsprechende Vertretungsregelungen veranlasst.