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Otto Bartsch aus Ratingen gestorben

Ehemaliger Stadtjugendpfleger : Trauer um Gründer der Freizeitmaler

Otto Bartsch, der 30 Jahre Stadtjugendpfleger war, ist mit 92 Jahren gestorben. Er organisierte viele Jahre auch den Austausch mit den Partnerstädten.

Man kann es ganz einfach ausdrücken: Otto Bartsch war sehr beliebt. Nun ist er, der als Stadtjugendpfleger mehr als 30 Jahre in Ratingen wirkte, im Alter von 92 Jahren gestorben; hinterlässt seine Frau Marlies und zwei Söhne und bei vielen Ratingern eine Erinnerung, die grundsätzlich positiv geprägt ist. Er war der Mann, der große Gruppen Jugendlicher mit dem Jugendkulturring in die Opern- und Schauspielhäuser der näheren und ferneren Umgebung komplimentierte, der geregelten Städteaustausch auf die Beine brachte und letztlich auch noch einen Kunstverein gründete.

Das war 1979, erinnert sich seine Nachfolgerin beim Kunstverein Ratinger Maler, Elfi Lütcke. „Ein großes Anliegen war ihm die Aussöhnung mit seiner Heimat in Oberschlesien, aus der er 1946 vertrieben worden war. Fast bis zuletzt hat er Beiträge für die Chronik seines Geburtsorts Sabschütz verfasst. Einige dieser Artikel landeten in seinem 2008 erschienenen Buch ‚Erinnerungen an Sabschütz  – Ein Dorf in Oberschlesien.‘“

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Sie erinnert sich: „1979 gründete er den Club Ratinger Freizeitmaler, den er bis 1999 führte. Oft begegnete man seinen Zeichnungen, zum Beispiel auf der Titelseite der Seniorenzeitung, auf Ratinger Postkarten oder Einladungen. Zusammen mit Dr. Richard Baumann, dem früheren Leiter der RP-Redaktion Ratingen, verfasste er das Buch „Ratinger Bilder und Geschichten  – Mit Stift und Feder durch die Stadt“. Viele seiner Ratinger Motive sind hierin abgebildet.“ Daran erinnert die Malerfreundin und auch an viele Begebenheiten, die in der künstlerischen Gemeinschaft Spaß machten und für Zusammenhalt sorgten.

Otto Bartsch war nach Kriegsende in den Westen gekommen und hatte schon in jungen Jahren gemalt und gezeichnet. Während seines Studiums der Sozialpädagogik in Dortmund belegte er Kunst als Nebenfach. Nach Ratingen kam er 1960 als Mitarbeiter der Stadtverwaltung und sah als Abteilungsleiter seinen Schwerpunkt in der außerschulischen Jugend- und Bildungsarbeit.

Er hat unter anderem rund 30 Jahre lang den Schüleraustausch mit der französischen Partnerstadt Maubeuge organisiert. Zudem war er ab den 70er Jahren für Schüleraustausche mit Cramlington (später Blyth Valley) und Süd Dakota verantwortlich und stellte viele Jahre in den Herbstferien die Bildungsreisen für Schüler nach Berlin auf die Beine.

Otto Bartsch wurde Ehrenbürger von Maubeuge – als einziger Deutscher – und war in den Partnerstädten von Ratingen gleichermaßen beliebt. Wenn irgendwo auch bei diesen Treffen, die in den Anfangsjahren wirklich zahlreich waren, wenn also irgendwo ein paar Leute mit guter Laune zusammen standen, war Otto Bartsch meist unter ihnen. Er schaffte es meist, eine heitere Atmosphäre zu verbreiten und wurde dafür sehr geschätzt. Dabei war er als Organisator durchaus korrekt. Und alles regelte er lächelnd und ohne fremdsprachliche Künste.