Organist Ansgar Wallenhorst und sein Notre Dame de Paris

Ratingen : Organist Ansgar Wallenhorst und sein Notre Dame de Paris

(RP) Die Ratinger Kirchenmusik an St. Peter und Paul und der Förderverein Musica sacra Ratingen laden für diesen Samstag, 27. April, um 12 Uhr zu einem orgel-& chor.punkt-Extra in St. Peter und Paul ein.

In Verbundenheit mit der Pariser Kathedrale Notre Dame erklingt Orgelmusik von Charles Racquet, Louis Vierne und Pierre Cochereau, die Titular-Organisten an Notre-Dame waren. Das Ensemble Vocalia der Ratinger Kirchenmusik singt unter Leitung von Achim Hoffmann Chormusik J.G. Rheinberger sowie Kyrie und Agnus Dei aus der Messe solennelle op. 16, die Louis Vierne seine Kathedrale komponiert hat. Der Eintritt ist frei – Spenden für die Fondantion Notre Dame zum Wiederaufbau der Kathedrale sind herzlich willkommen.

Der Brand in der Pariser Kathedrale Notre Dame am Montag der Karwoche hat in aller Welt Menschen berührt und Brücken der Verbundenheit mit diesem emblematischen Ort unserer Kultur entstehen lassen. Für den Ratinger Organisten Ansgar Wallenhorst ist Notre Dame ein Teil seiner Identität als Christ, als Künstler und als Bürger Europas.

Wallenhorsts erste Annährung an Notre Dame geschah maßgeblich über die Musik. „Als Jugendlicher schenkte mir mein Improvisations-Lehrer eine Schallplatte von Pierre Cochereau, dem legendären Titularorganisten von Notre-Dame. Es war eine improvisierte Symphonie und Versetten zur Vesper – entstanden 1963 nach ersten Renovierungen der Cavaillé-Coll-Orgel von 1868 –, die geradezu programmatisch profan, die Symphonie – und , die Versetten zur Vepser – einander gegenüberstellten. Ich war überwältigt von der Balance aus Poesie und Kraft, Raffinesse der Klänge und glasklaren Rhythmen. Ob Miniatur oder großer Bogen – alles war buchstäblich formvollendet.  Als Cochereau 1984 im Alter von 59 Jahren starb, folgten weitere Veröffentlichungen aus den Ton-Archiven von Notre Dame. Umwerfend und inspirierend für mich als Musiker: ein Resonanzraum kreativer Intelligenz!“

Eine zweite Annährung an Notre Dame war für Wallenhorst die Feier der Liturgie. Die Karwoche 1986 verbrachte er als 18-jähriger Schüler in Paris. „Eine vibrierende Zeit: Die nach dem Tod Cochereaus ernannten vier Titularorganisten von Notre Dame waren frisch im Amt, Daniel Roth als Nachfolger Jean-Jaques Grunenwalds in Saint-Sulpice ernannt, Naji Hakim begann in Sacré-Coeur, Jean Langlais, Gaston Litaize und Olivier Messiaen waren noch tätig an ihren Kirchen.

„Der Palmsonntag begann vor dem Portal, das Kardinal Jean-Marie Lustiger unter den Gesängen des „Gloria, Laus et Honor“, nach dreimaligem „Anklopfen“ mit seinem Bischofsstab aufstieß. Und dann begann eine liturgische Dramaturgie, wie sie mich bis heute immer wieder ganz und gar eintauchen lässt in das Mysterium von Notre Dame. Dank des von Kardinal Lustiger als charismatischem und dynamischen Architekten eines missionarischen Aufbruchs in Europa gegründeten Radio Notre Dame und KTOTV kann man die Gottesdienste der Pariser Kathedrale an jedem Ort der Welt mitfeiern. Für mich es ein Montags-Ritual, die Aufzeichnung der Sonntagabendmesse aus Notre-Dame zu sehen, somit Teil der „famille Notre Dame“ zu sein und zu hören, was meine Kollegen als Kommentar zur Liturgie, ihren Texten und ihrer Atmosphäre am Sonntag beigetragen haben…“

Wallenhorst kennt keine andere Orgel von so gelungener Synthese aus Tradition und Innovation wie die in Notre Dame! „Hoffen wir auf eine solche einende und respektvolle Dynamik beim Projekt des Wiederaufbaus einer brennenden Kirche in Europa, die offenbar die Herzen vieler Menschen berührt und uns eint im Bemühen, das Beste zu geben für Orte kreativer Intelligenz, die unsere Seele salben.“

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