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Ordnungshüter: „Die Heiligenhauser verhalten sich vorbildlich“

Ordnungshüter ziehen Zwischenbilanz : „Die Heiligenhauser verhalten sich vorbildlich“

Generalisiertes Lob an alle, direkt aus dem städtischen Krisenstab: Nach gut einer Woche des weitgehenden Kontaktverbots kommt aus dem Rathaus ein positives Zeichen in schwieriger Zeit.

Was Ordnung und Sicherheit in der Stadt angeht, gab es bisher keine schwer unliebsamen Vorfälle. Trotzdem bleibt der Schichtdienst der Ordnungshüter ein Knochenjob. Das erklärt auch einen ungewöhnlichen Einsatzbericht, der am Montag vom Heiligenhauser THW kam. Das war vorgefallen: Nach einem Einbruch in der Nacht zum Samstag wurden die Einsatzkräfte des THW-Ortsverbands zur Eigentumssicherung eingesetzt. Die THW-Angehörigen sicherten in der Nacht das Gebäude am Grünen Jäger, nachdem die Kriminalpolizei die vorhandenen Spuren gesichert hatte. Die Eigentumssicherung nach Einbrüchen ist eine der vielen Leistungen, die das Technische Hilfswerk anderen Behörden und den Kommunen anbieten kann. Nach zwei Stunden Arbeit war für das THW der nächtliche Einsatz beendet und die Fahrzeuge wurden für die Corona-Kontrollfahrten am Samstagmorgen wieder startklar gemacht.“ Das teilt Ortsvereinschef Volker Münchow mit.

Von Durchatmen im Rathaus oder bei den Heiligenhauser Ordnungshütern kann für Peter Parnow nicht wirklich die Rede sein. Wohl aber davon, das nach zwei Wochen bisher ungeahnter Folgen einer Großkrise Strukturen eingezogen sind, was die behördlichen Reaktionen auf Corona auch auf kommunaler Ebene angeht.

Wenn es um die Kontrolle der corona-bedingten Vorgaben geht, stehen die Stadtwacht und die Mitarbeiter der Verkehrsüberwachung gemeinsam in der ersten Reihe. „Das sind sechs Personen“, sagt Parnow. Der Fachbereichsleiter hat seit Anfang vergangener Woche die Fäden in der Hand, was die Rathaus-Kommunikation nach außen angeht. Sein originäres Themengebiet, Wirtschaftsförderung, ist etwas weiter nach hinten gerutscht auf der Prioritätenliste.

„Vor allem in der ersten Krisen-Woche sind wir kaum hinterhergekommen, die beinahe minütlich eingehenden Mails in Sachen Schutz vor Corona mit den entsprechenden Anweisungen zu kanalisieren“, sagt er. Zumindest diese Zeit ist jetzt vorbei.

Allerdings gilt für den kommunalen Ordnungsdienst immer noch Schichtarbeit (das ist auch sonst so) und Rufbereitschaft, sieben Tage die Woche, rund um die Uhr. „Wir können natürlich nicht rund um die Uhr zum Beispiel sämtliche Spielplätze lückenlos überwachen“, sagt Parnow. Was aber mit Hilfe der Mitarbeiter des Technischen Hilfswerks funktioniert, sind regelmäßige Erkundungsfahrten, Das THW unterstützt mit seinem Ortsverband die Behörden. Ohne hoheitliche Befugnisse zwar, aber mit manpower und Ortskenntnis.

Aus eigener Anschauung schildert Parnow den Heiligenhauser Alltag so: „Es ist einfach deutlich ruhiger geworden.“ Dazu passen auch die Erkenntnisse der Ordnungshüter: Es kam bisher nicht zu massiven Verstößen gegen das Kontaktverbot und andere Vorgaben. Wo ein Einschreiten dennoch nötig war, habe sich die Lage jeweils gesprächsweise klären lassen. „Man kann schon sagen: Die Heiligenhauser verhalten sich vorbildlich.“

Parallel zu den besonderen Beanspruchungen der Mitarbeiter geht, wie Parnow weiter erklärt, die Verkehrsüberwachung weiter. In sozialen Netzwerken mokierten sich in den vergangenen Tagen Nutzer darüber, dass die Stadt weiter „Knöllchen“ verteile. Fakt ist: Die Verkehrsüberwachung wird zurückgefahren. „Wir konzentrieren uns darauf, neuralgische Punkte wie Behindertenparkplätze und Rettungsdienstzufahrten zu kontrollieren“, sagt Parnow. Im übrigen bleibt Falschparken das, was es immer war: eine Ordnungswidrigkeit. Hier gilt auch in der Corona-Krise nichts Neues.

Haben vorbereitete Notfallpläne auf Stadtebene in der aktuellen Lage Nutzen gebracht? „Nein, auf das Szenario einer Pandemie kann man sich vor Ort nicht langfristig vorbereiten“, sagt Parnow. Richtig sei aber auch: „Der Krisenstab hat von Beginn an funktioniert. Die Strukturen stimmen und wir waren vom Start weg einsatzbereit.“ Die Corona-Schutzverordnung habe in der vergangenen Woche geholfen. „Daran kann man sich orientieren. Aber es bleibt eine heftige Zeit.“