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Online-Lesungen haben in Ratingen viele Fans

Aktion in Ratingen : Online-Lesungen haben viele Fans

Vor rund sechs Wochen wurde die Ratinger Vorlesestunde von Meike Paprotta-Kübler und ihrem Mann Frank ins Leben gerufen. Bis Mitte Juni geht es auf jeden Fall weiter. Wer mitmachen möchte, kann sich bewerben.

Begonnen hatte alles mit einer Lesung von Marie-Luise Leyendecker. Sie las aus „Die Insel der besonderen Kinder“ von Ransom Riggs. Seitdem gibt es wöchentlich drei Beiträge auf Facebook, in denen Ratinger oder Ratingen Nahestehende tolle Geschichten, Berichte, Anekdoten usw. aus den unterschiedlichsten Büchern online vorlesen.

Neben dem privaten Wohnzimmer gab es viele andere „Drehorte“. So lasen zum Beispiel, um nur einige zu nennen, der ehemalige Schulleiter der Liebfrauen Schule, Johannes Steggers, im Prinzenbahnhof aus „Der kleine Prinz“ von Antoine Saint-Exupéry, Josefine Hänsel vom Jugendrat aus „Der Pfad – die Geschichte von der Flucht in die Freiheit“ von Rüdiger Bertram vor dem ehemaligen Gestapo-Gebäude in Ratingen (heute Anne-Frank-Schule) oder Dr. Christa Lambert aus ihrer Geschichte zu den Pfauen von „Haus zu Haus“, stilecht von der Wasserburg aus.

Auch der als Stadionsprecher bekannte Volker Boix hatte sich an der Aktion beteiligt. Ihm gefielen die unterschiedlichsten Aktionen, die die Menschen in der von Corona bestimmten schweren Zeit auf verschiedene Weisen unterhalten. „Heinz Hülshoff, der die Alten- und Pflegeheime besuchte und die Menschen dort unterhielt, die „Märchenstunde der ‚Roten Funken oder und die ‚Ratinger Online Vorlesestunde‘ von Meike Paprotta-Kübler sind alles tolle Sachen. Als ich mit Meike ins Gespräch kam, hat es sich so ergeben, dass ich mich auch beteiligte. Ich freue mich über die tolle Resonanz meiner Lesung, bei der über 1670 Klicks registriert wurden. Es hat dabei natürlich einen riesen Spaß gemacht in den Räumen von ‚Café Bös‘ aus ,Und die Welt war Ratingen‘ von Gabriele Hannen zu lesen“, meinte Volker Boix.

Auch wenn es mittlerweile schon einige Lockerungen der Corona-Einschränkungen gibt, werden die Lesungen auf Facebook weiterhin mit großer Resonanz angehört. „Insgesamt wurden die Videos über 16.000 mal aufgerufen. Das heißt, dass sehr Viele sich mit den vertrauten Stimmen und abwechslungsreichen Geschichten diese besondere, für manche besonders stille und einsame Zeit, vertrieben haben. Dabei gibt es besondere Spitzenreiter, die über 2000 mal angehört wurden. Jede Vorleserin, jeder Vorleser und jeder Text findet sein Publikum“, berichtete Meike Paprotta-Kübler, langjährige Deutschlehrerin und selber Literaturliebhaberin.

Und es kommen viele Nachrichten mit Dank für die Idee und Vorschlägen für weitere Texte und Vorleserinnen und Vorleser. „Das ist sehr schön, denn unsere Idee war es von Anfang an, dass wir den Anstoß geben und sich dann das Projekt von selbst, getragen von den Ideen vieler Ratinger, weiterentwickelt“, so die Initiatorin.

Es gab auch viele Anfragen, selbstgeschriebene Texte vorzulesen. „Am Anfang stand bei uns im Vordergrund, die lokalen Buchhandlungen durch die Vorstellung interessanter Bücher, die dann vor Ort gekauft werden können, zu unterstützen. Jetzt möchten wir zusätzlich auch Ratinger Autorinnen und Autoren sowie jungen Nachwuchsliteraten die Möglichkeiten zu Lesungen geben. Besonders die Texte von Schülerinnen und Schülern würden wir gerne vorstellen und haben dazu auch schon die weiterführenden Schulen angeschrieben. Dabei sein wird zum Beispiel die junge Autorin Carolin Streckmann, die eine ihrer wunderschönen einfühlsamen Kurzgeschichten oder der Ratinger Autor Petru Ghiea, der aus seinem Lyrikband ‚Blindes Licht‘ vortragen wird“, berichtete Meike Paprotta-Kübler weiter.

Bisher gab es insgesamt 20 Online-Lesungen und weitere sind in Planung, so dass es noch mindestens bis Mitte Juni weiter gehen kann.