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Offenes Singen in Heiligenhaus geht jetzt online

Aktion geht online : Singen macht Spaß und vertreibt Sorgen

Das offene Singen mit Lutz Strenger und Lothar Meunier am 1. Mai im Hefelmann-Park fällt aus. Als Ersatz hat das Duo ein Mini-Konzert eingespielt, das am 1. Mai um 18 Uhr online geht.

Singen ist gesund. Wissenschaftler haben in Studien herausgefunden, dass es nachweisbar zu positiven physiologischen Veränderungen im menschlichen Körper führt, in dem es beispielsweise das kardiorespiratorische System, also das Herz-Kreislauf- und Atmungssystem stärkt.

Was allerdings die meisten Singenden ganz ohne fachliche Expertise schnell herausfinden: Singen macht einfach Spaß und kann vor allem in den jetzigen Zeiten den Staub von der Seele und die Sorgenfalten aus dem Gesicht wischen. Zwei, die dazu in Heiligenhaus im vergangenen Jahr ein ganz besonderes Experiment angeschoben haben, sind die beiden Musiker Lutz Strenger und Lother Meunier. Sie luden im Frühjahr vergangenen Jahres zur Premiere der „Stimmabgabe“, einem Mitsing-Konzert in Zusammenarbeit mit dem Kulturbüro in die Kant-Aula und zum offenen Singen unter freiem Himmel, „Heljens singt und swingt“ mit dem Stadtmarketing-Arbeitskreises „Kultur und Gesellschaft“ in den Hefelmann-Park.

Die Idee ist so simpel wie erfolgreich: Livemusik mitsingbarer Lieder samt deren Texten sorgen für einen ganz besonderen Chor und das regelmäßig. Und genau das sollte es am Freitag, 1. Mai auch wieder geben: Doch die Corona-Krise und die drohende Ansteckungsgefahr machen den Plänen einen Strich durch die Rechnung. „Wir haben eigentlich damit gerechnet, dass das offene Singen im Park nicht stattfinden kann, als wir dann von der Absage in der Zeitung gelesen haben, gingen schnell die Überlegungen los, was wir stattdessen machen können“, erzählt Lutz Strenger.

Ideen gab es ein paar, nicht jede ließ sich problemlos umsetzen. Nun haben sie ein kleines Online-Mitsingkonzert produziert, das ab 1. Mai, 18 Uhr – zu der Zeit, zu der sie eigentlich im Hefelmann-Park beginnen wollten – auf www.stimmabgabe-lieder.de online gehen wird. „Die Videos sollen ein kleiner Ersatz sein, für einen Termin, auf den bestimmt nicht nur wir uns sehr gefreut haben“, sagt Strenger. Einen ersten Probelauf für das Musizieren auf Distanz haben die beiden Musiker bereits in der letzten Woche gestartet.

Technisch gar nicht so einfach zu stemmen. Jeder in seinem Musikraum daheim, verbunden über die Videotelefonie und einem Bild-im-Bild-Verfahren per Großbildschirm – so entstand eines der ersten Videos,„Let it be“ von den Beatles. Weitere Stücke aus den unterschiedlichsten Musikrichtungen nahmen die beiden in dieser Woche so noch online auf. Diese Sessions ranken sich dabei um Aufnahmen, die sie live aufgenommen, gemeinsam – und natürlich mit genug Abstand: Vor der heimatlichen Garage des Wülfrathers Lothar Meunier spielten sie ein Mini-Konzert, das mitgeschnitten wurde. „Da haben wir festgestellt, die Menschen lechzen ein Stück weit nach Normalität. Und für uns war es auch einfach schön, wieder zusammen zu spielen“, so Strenger. Auch das fehle in der derzeitigen Krisenzeit.

Dabei funktioniere das Zusammenspiel bei dem Duo sowieso fast ohne Worte: „Wir haben am Wochenende überlegt, dass wir in diesem Jahr unser 40-jähriges Bühnenjubiläum zusammen feiern“, sagt Strenger über die Freundschaft der beiden, die lange Zeit von den Akkordeonfreunden geprägt wurde. Da reicht schon ein Blick und Fragen sind beantwortet. Trotzdem: Hoffnungsvoll schauen die beiden auf den 6. September. Bei dem wollen sie zur zweiten großen „Stimmabgabe“ in die Kant-Aula einladen. „Wir wollen auf jeden Fall vorbereitet sein. Denn es ist schon ein wahnsinniges Gefühl, wenn 500 Menschen mitsingen, was wir spielen. Das macht unheimlichen Spaß.“