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Ratingen: Notfallseelsorger Draht im Einsatz auf der Loveparade

Ratingen : Notfallseelsorger Draht im Einsatz auf der Loveparade

Der Notfallseelsorger des Kirchenkreises Düsseldorf-Mettmann, Jürgen Draht, war bei der Loveparade im Einsatz. Noch bevor das Unglück um 17 Uhr zur Katastrophe wurde, war er ab Mittag mit anderen Notfallseelsorgern vor Ort.

Als das Unglück geschah, koordinierte Draht einen der Behandlungsplätze, zu dem immer mehr Menschen gebracht wurden. "Zuerst waren wir 15, später waren wir 100 Notfallseelsorger und andere Helfer, die psychosoziale Unterstützung gaben.

" Draht sorgte dafür, dass jedes Opfer auch einen Gesprächspartner bekam. Er und die anderen Notfallseelsorger trösteten traumatisierte Augenzeugen, die erleben mussten, wie andere unter ihnen zu Tode kamen und die mit den Bildern und Geräuschen nicht fertig wurden.

"Wir haben zugehört und den Menschen das Gefühl gegeben zur Ruhe zu kommen und wieder ein bisschen innere Stabilität zu gewinnen. Die Gespräche waren eine seelische Erste-Hilfe-Maßnahme, ersetzen aber keine längerfristige Hilfe", weiß Jürgen Draht.

"Viele junge Menschen sind jetzt traumatisiert und müssen abklären, ob sie nicht ärztliche Hilfe brauchen". Bis 2.30 Uhr war Jürgen Draht, am Ende selber erschöpft, im Einsatz. "

Ich war froh, tränenüberströmten Menschen helfen zu können und sie zu beruhigen". Er war aber auch erleichtert, dass seine beiden Kinder, Sohn und Tochter, die die Veranstaltung besucht hatten, wohlauf waren.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Loveparade: Beklemmende Youtube-Videos

(RP)