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Analyse: Neues Licht für eine alte Schattenseite

Analyse : Neues Licht für eine alte Schattenseite

Der zentrale Basildonplatz hat sich längst von seinem ehemaligen Hinterhof-Charakter verabschiedet. Der Umbau geht weiter: Eine Stahlkonstruktion nahe den Gebäuderückseiten ist Teil eines preisgekrönten Lichtkonzepts. Die LED-Lampen fehlen aber noch.

"Parkplatz Ladestraße" - ist diese verschwundene Adresse im Heiligenhauser Zentrum eigentlich noch ein Begriff? Kaum. Dabei ist es noch nicht einmal fünf Jahre her, dass, wer diese Adresse ansteuerte, sich auf einem rumpeligen und leicht abschüssigen Parkplatz wiederfand. Der hatte eigentlich nur einen Vorteil: Er lag unschlagbar zentral. Inzwischen heißt die gleiche Adresse "Basildonplatz" - und es ist keine Rede mehr von bröckelndem Asphalt mit dezentem Hinterhofcharakter. Der Platz ist komplett neu gestaltet, es gibt eine Haltstelle für den Bürgerbus, Zuwege zum Kiekert-Areal sind klar erkennbar. Im Sommer diente der Platz schon als Freilicht-Kino. Damit aber sind die Planer längst nicht am Ziel ihrer Wünsche. Auch wenn das gelegentlich nicht auf den allerersten Blick deutlich wird.

 Diese Stahlrahmenkonstruktion am Basildonplatz wird künftig LED-Beleuchtungselemente tragen.
Diese Stahlrahmenkonstruktion am Basildonplatz wird künftig LED-Beleuchtungselemente tragen. Foto: Achim Blazy

Nicht zu übersehen ist derzeit allerdings eine schwarze Stahlrahmen-Konstruktion an der Südseite des Platzes, nahe an den Gebäuderückseiten der Hauptstraße. Das ganze Gestell ist erneut eine Vorstufe zu einem Wunschergebnis, das der Beigeordnete Harald Flügge vor einigen Jahren schon in einem Slogan zusammenfasste: "Rückseite wird Vorderseite." Übersetzt: Der Basildonplatz sollte in seiner Endausbaustufe von Beginn zu einem zentralen Bestandteil der Innenstadt-Infrastruktur aufgewertet werden. Einen "Qualitäts-Spot" wolle man setzen - und aus den optisch unbefriedigenden Immobilien-Rückansichten das Beste machen. Und sei es durch gekonntes Kaschieren.

  • Tim Potzler.⇥RP-Foto:Archiv/abz
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Wobei sich der Blick weniger Richtung Hauptstraße und Rathaus-Center, als in Richtung Kiekert-Areal mit Hochschule, Hefelmannpark und künftigem Einkaufszentrum gerichtet hatte. Jetzt ruft Stadtplaner Siegfried Peterburs diese Idee in Erinnerung: "Es geht um die Gestaltung eines innerstädtischen Platzes, wenn das Kiekert-Areal bebaut ist, dann ist es automatisch vorüber mit der Randlage für den Basildonplatz. Die Bedeutung des Platzes wird steigen." Und genau das soll auch optisch erkennbar werden. LED-Beleuchtungsstelen gibt es schon, die neue Stahlkonstruktion wird Teil des komplett neuen Beleuchtungskonzepts, für das die Stadt bereits 2009 einen Bundespreis des Umweltministeriums einheimste, damals zusammen mit der Stadt Konstanz - für "energieeffiziente Stadtbeleuchtung". Dafür hatte es bundesweit immerhin 180 Bewerbungen gegeben. Die siegreiche Idee stammte aus den Planerbüros Terfrüchte und "Lichtraum Stadt" sowie dem Leipziger Architekten Jürgen Meyer. Im Kern geht es um sparsame, aber augenfällige Platzbeleuchtung. Die Rückseiten der Gebäude werden künftig von einem Licht-Paravant abgeschirmt, der sparsame Spielereien möglich macht. Clou der Sache: Nachts wird die komplette Platz-Beleuchtung zu dimmen, also zu verringern sein - ganz nach Verkehrs- und Passantenaufkommen: Ist viel los, gibt es viel Licht, ansonsten weniger. Dafür soll eine Steuerung über Bewegungsmelder sorgen. Die Teilnahme am Wettbewerb selbst war schon Baustein eines Innenstadt-Konzepts, das inzwischen seit weit über einem Jahrzehnt verfolgt wird. Stadtplaner Peterburs wirbt für diesen langen Atem: "Es dauert Jahre, bis der neue Basildonplatz in seiner neuen Wertigkeit erkennbar wird." In diesem Jahr dürften mit den Neubauten auf dem Kiekert-Areal die entscheidenden Weichen in diese Richtung gestellt werden.

(RP)