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Neues Fotostudion: Hier rücken Familien in den Fokus

Neueröffnung in Heiligenhaus : Hier rücken Familien in den Fokus

Julia und Claudius Reckeweg eröffnen am 1. September an der Hauptstraße ihr neues Fotostudio. Ohne die Corona-Krise hätte es das aber wohl gar nicht gegeben.

Das Schild mit dem Logo hängt schon seit einer Weile über dem neuen Ladenlokal, spätestens seitdem ist es offiziell: Rund um den Kirchplatz wird man auch nach der ruhestandsbedingten Schließung von Foto Jürgen, mit der in dieser Woche eine echte Ära zu Ende gegangen ist, nicht auf ein Foto-Atelier verzichten müssen: Julia und Claudius Reckeweg haben in Sichtweite des Kirchplatzes ein neues eröffnet und schließen damit nun eine Lücke.

Durch Zufall hatte das Heiligenhauser Paar von der Schließung erfahren, „da war anderen schon klar, dass ein Ladenlokal in Heiligenhaus was für uns wäre“, sagt Fotografin Julia Reckeweg. Nach etwa zwei Tagen Bedenkzeit und ein wenig Rechnerei waren sich auch die beiden sicher. Bisher war ihre Fotoheimat in der Elternschule des Helios Klinikums Niederberg, hier fotografieren sie die Neugeborenen ebenso wie in Kliniken in Duisburg und Düsseldorf. Eigentlich. Denn in der Corona-Krise blieben die Krankenhaustüren für die Babyfotografin dicht und nicht nur die, alle Termine fielen weg. „Gut siebeneinhalb Wochen waren wir quasi auf Null gestellt“, sagt Claudius Reckeweg, der die Organisation des Familienbetriebs übernimmt.

Die drei Kinder des Paares hätten die Zeit mit ihren Eltern zwar genießen können, für die Eltern jedoch ging es um die Existenz, die sie sich rund um die Familienfotografie aufgebaut haben. Sie lichten Babybäuche ab, Neugeborene und Familien, mit Herzblut, wie sie betonen. „Man trifft tolle Familien, denen man sehr nahe kommt und man begleitet viele von ihnen bei jedem neuen Schritt“, schwärmt Julia Reckeweg.

Das neue Ladenlokal samt Fotostudio, in dem in den letzten drei Wochen schon ordentlich gewerkelt wurde, damit es eine ganz besondere Atmosphäre bekommt, ergänzt den Standort in der Velberter Elternschule und wird am Dienstag, 1. September, eröffnet. Hier werden dann neue Schritte dazu kommen. Neben Bewerbungsfotos, Passbildern und Porträts, dann auch zum Beispiel die Fotografie bei Hochzeiten und Taufen. Das wird mit Mathan Kesavan einer der zwei neuen Mitarbeiter übernehmen, der sich schon darauf freut, Menschen an diesen besonderen Tagen begleiten zu dürfen. Schon als Kind habe er eine Faszination für Papas teure Spiegelreflexkamera gehabt; die Auswirkungen der Corona-Krise und die Begegnung mit seiner ehemaligen Klassenkameradin Julia wurden für ihn nun zum Türöffner.

Einen Neuanfang wagt auch Kollegin Charly Schmidt: „Wir haben hier einfach mit vielen glücklichen Menschen zu tun, da macht das Arbeiten einfach Spaß.“ Insgesamt vier Mitarbeiter haben Reckewegs nun, komplettiert wird das Team aber von besonderen Helfern: „Ohne meine Eltern, die sich um die Kinder kümmern, wäre vieles gar nicht möglich“, sagt Julia Reckeweg, die immer schon eine Kamera in der Hand gehabt habe. Mit der ersten Schwangerschaft hat die ehemalige Lehramtsstudentin und Erzieherin dann den Sprung in die Selbstständigkeit in der Fotografie gewagt und führt das Familienunternehmen nun mit ihrem Mann zusammen, der aus Recklinghausen hergezogen ist.

Die beiden sind immer im Team unterwegs. „Das funktioniert gut“, sagt er und fügt an, dass das Fotostudio nun zur Basis in der Heimat werden soll. Dankbar ist das Team auch seinen Kunden, die zum Beispiel durch den Kauf von Gutscheinen ihre Unterstützung nach dem Shutdown gezeigt hätten. Deswegen sei es schade, die Eröffnung nicht groß feiern zu können, bedauert das Paar und verspricht, sich trotzdem was einfallen zu lassen.

Claudius Reckweg betont: „Ohne Corona hätten wir diesen Schritt ins eigene Ladenlokal in Heiligenhaus aber wohl eher nicht gewagt.“