Postskriptum Diese Woche In Unserer Stadt Neuer Job für die Freunde der alten Zeder

Ratingen · Mit den Gutachten hat es ein Ende, mit der uralten Zeder im Poensgenpark wohl bald auch. Das ist im Ergebnis nicht schön, aber kein Grund zu Resignation.

Eine Bürgerinitiative für einen Baum - das hat man auch nicht alle Tage. Im Fall der uralten Zeder im Poensgenpark war und ist der Gedanke aber nicht abwegig. Immerhin geht es um ein Naturdenkmal - und um eine Augenweide noch dazu. Aber auch für Naturdenkmäler gilt: Sicherheit geht vor. Und die kann offenbar auch der Gutachter der Bürgerinitiative nicht garantieren. Nun klang es für den Laien von Beginn an merkwürdig, dass es zur Standfestigkeit eines Baumes - und zu seinem Gefährdungspotential - überhaupt mehrere Expertenmeinungen geben kann. Ist doch letztlich eine Frage der Statik, dachte man sich. Und was wäre berechenbarer als ein statisches Problem? Dem ernüchternden Ergebnis zum Trotz sollte der riesige Freundeskreis der Zeder jetzt nicht in Resignation verfallen (oder wütend bleiben). Denn nirgends steht geschrieben, dass an Stelle des Baumes nicht etwas an ihn erinnern könnte. Nun wird es hoffentlich keine Gutachtenschlacht erfordern, herauszufinden, ob die Zeder restlos unsichtbar werden muss. Oder ob nicht doch ein Teil des Stammes zumindest stehenbleiben kann. Auch das wäre ein Job für Fachleute. Interessant wäre auch die Frage, ob oder wie sich ein solcher Stumpf in ein Kunstwerk verwandeln ließe, das sich auf neue Art seiner Umgebung anpasst. Ohne es mit der Erinnerungskultur in diesem sehr besonderen Fall abwegig weit treiben zu wollen: Aus den Augen, aus dem Sinn - das kann es für ein Naturdenkmal nach 200 Jahren nicht gewesen sein.

(RP)
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