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Neue Stelen für Industreipfad Ratingen

Industriepfad in Ratingen : 200 Jahre Ratinger Industriegeschichte

Firmen Siebeck Armaturen und Winter Maschinenbau feiern in diesem Jahr Jubiläum. Grund genug, um vor den Firmensitzen jeweils eine Stele des Ratinger Industriepfades aufzustellen.

() Die Firmen Siebeck Armaturen und Winter Maschinenbau feiern in diesem Jahr ihr 125-jähriges, beziehungsweise 75-jähriges Firmenbestehen. Dies war der Anlass, um für beide Firmen eine Stele auf dem Ratinger Industriepfad zu setzen.

Darum trafen sich die Firmeninhaber, der Arbeitskreis Industriepfad nebst einigen Gästen vor der neu errichteten Siebeck-Stele Am Sandbach 35-41. Olaf Tünkers, Vorsitzender des Unternehmerverbands Ratingen, begrüßte die Teilnehmer und hob die Bedeutung der Industrie für Ratingen, sowohl für die Vergangenheit als auch für die heutige Zeit, heraus. Michael Lumer, Vorsitzender des Vereins für Heimatkunde und Heimatpflege Ratingen, erläuterte die Geschichte der Firma Siebeck. Danach folgte ein kleiner Spaziergang zur nahegelegenen Firma Winter Maschinenbau an der Dechenstraße, wo Lumer auch auf diese 75-jährige Unternehmensgeschichte einging. Im Anschluss lud Geschäftsführer Thomas Winter die Gästeschar zu einem kleinen Umtrunk vor dem Bürogebäude an der Dechenstraße 7 ein, wo auch die Stele der Firma Winter aufgestellt ist.

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Am 11. Juni 1896 gründete C. A. Memmler eine Metall- und Phosphorbronze-Gießerei an der Düsseldorfer Straße in Ratingen, dort, wo die heutige Straßenbahnausfahrt zur Düsseldorfer Straße ist. Dies war vor 125 Jahren die Urzelle der heutigen Firma Siebeck Armaturen. 1914 übernahm dann Dipl.-Ing Alois Siebeck dieses Unternehmen. Der Betrieb wurde durch die zerspanende Industrie schnell ausgebaut und erweitert, so dass der Standort bald zu klein wurde und man weitere Produktionsstätten bezog. So wurde 1916 ein Teilstandortwechsel zur ehemaligen Anger-Mühle an der damaligen Hauser Allee vollzogen. 1922 erfolgte die Einreichung erster „Patente und Warenzeichen“ u.a. über Absperrschieber insbesondere Keilsperrer und Abschlussschieber.

Nach dem Zweiten Weltkrieg erlebte die Firma Siebeck 1949 die Voll-Demontage des Werkes, als einziges volldemontiertes Werk in Ratingen. Doch kann das Werk den Betrieb schnell wieder aufnehmen und aufbauen. In den Jahren 1956 bis 1959 erfolgt der Aufbau und Umzug zum heutigen Standort Am Sandbach. Am 18. Dezember 1956 wird hier der erste Guss vorgenommen. 1987 erfolgte die Übernahme der Firma Wilhelm Bitter aus Bielefeld, die 1862 gegründet wurde und im Jahr 1900 an der Weltausstellung in Paris teilnahm. Jetzt war Siebeck nicht nur ein Gießereibetrieb, sondern fertigte auch Armaturen für die Gas-, Wasser- und Dampfindustrie, sowie Auto- und Fahrradbestandteile. Auch heute noch liegt die Kompetenz des Unternehmens in der Fertigung von Industrie-Armaturen und Armaturen für Tank-, Kessel und Bitumenfahrzeuge, die weltweit eingesetzt werden.

Direkt nach dem Zweiten Weltkrieg gründete Dipl. Ing. Wilhelm Winter 1945 ein Ingenieurbüro in seinem Wohnhaus an der Homberger Straße. Ein Jahr später folgte 1946 der Aufbau einer eigenen Fertigung und Montage in der Scheune des Bauern Michaels Am Pfingsberg Ecke Homberger Straße. 1957 geschieht der Umzug in die neu errichtete Montagehalle am heutigen Standort Dechenstraße 1. 1980 erfolgte der Neubau einer Montagehalle an der Dechenstraße 3. 1996 wird der Neubau des Bürogebäudes an der Dechenstraße 7 fertiggestellt und bezogen und schließlich übernimmt die Firma eine Montagehalle an der Dechenstraße 3a. Zunächst wurden Ölpumpen, Rübenpressen und Fäkalienpumpen gebaut, dann konzentrierte sich das Werk seit Anfang der 70er Jahre auf komplette Systemlösungen von Hydraulikanlagen, Blechbearbeitungsanlagen für die Heizkörperfertigung, Hydrotester, Endbearbeitungsmaschinen von Großrohren und Extruder für die Verarbeitung von Kunststoffen. Winter Rotoren werden zur Positionierung von Antennen, sowohl für mobile als auch feste Antennenträgersysteme, genutzt. Von Ratingen operiert die Firma weltweit. Mittlerweile wird das Familienunternehmen Winter Maschinenbau in der dritten Generation geführt.

Eine Zusammenfassung mit den wichtigsten Daten der jeweiligen Firmengeschichte können Interessierte nun auf den Stelen vor den Firmensitzen nachlesen.