Heiligenhaus Neue Leiterin für die Stadtbücherei

Heiligenhaus · Mit der Wuppertalerin Andrea Einig hat die Bibliothek seit Jahresanfang eine Frau an der Spitze.

 Andrea Einig hat zu Jahresbeginn die Leitung der Stadtbücherei im Sparkassenturm übernommen.

Andrea Einig hat zu Jahresbeginn die Leitung der Stadtbücherei im Sparkassenturm übernommen.

Foto: Achim Blazy

Ihren neuen Arbeitsplatz hat Andrea Einig schon in der letzten Woche erkundet. Da war es zwischen Bücherregalen und DVD-Auslage aber noch ganz leise, denn die Stadtbücherei lag in einer Art Winterschlaf. Das lag zum einen an den üblichen Weihnachtsferien, zum anderen daran, dass der bisherige Bibliotheksleiter das Haus vor Monaten verlassen hat (RP berichtete). Aus diesem Winterschlaf ist die Bibliothek gestern wieder erwacht und für Diplom-Bibliothekarin Andrea Einig war das der erste "öffentliche Tag" als Leiterin der Heiligenhauser Stadtbücherei.

An dem Tag ist bekanntlich viel los, verriet Mitarbeiterin Julia Brünig noch vor dem Öffnen der Pforten. Für die neue Leitung also eine erste Herausforderung. "Mich erwartet eine interessante und abwechslungsreiche Aufgabe, bei dem mir ein wahnsinnig erfahrenes Team zur Seite steht", freut sie sich. Denn ein halbes Jahr lang war das Städtische Angebot im Sparkassenturm ohne offiziellen Leiter. Zwei Mitarbeiterinnen übernahmen in der Zeit kommissarisch die Leitung. Anfang August hatte Jens Neumann bereits nach einem Jahr seine auf zwei Jahre befristete Stelle als Leiter verlassen, um eine Vollzeitstelle anzutreten. Andrea Einig wird nun für drei Jahre und acht Monate das Ruder übernehmen, bis Stelleninhaberin Christiane Pöhlmann aus dem Mutterschutz zurückerwartet wird. Das Bücherei-Team hofft nach den Wechseln in der Führung nun auf Konstanz. Die halbe Stelle war gerade für Einig eine Verlockung: "Ich bin Mutter von drei Kindern und da ist der Halbtag eine gute Sache." Auch die Erreichbarkeit ist der Wuppertalerin wichtig gewesen. Heiligenhaus war ihr dabei vor der Sichtung des Stellenangebots nicht unbedingt ein Begriff.

"Mein Sohn spielt Fußball, da ist mir Heiligenhaus auch mal begegnet", schmunzelt sie. Zur "Diplombibliothekarin an wissenschaftlichen Bibliotheken" wurde sie in Köln. Es folgten Stationen an Universitätsbibliotheken und die Leitung einer kirchlichen Bibliothek in Wuppertal, bevor sie die Schulbibliothek eines Wuppertaler Gymnasiums übernahm. Die Leitung einer Stadtbücherei ist für sie dabei nun etwas ganz Neues. "Der Umgang mit den Lesern interessiert mich. Das Angebot ist interessant. Mein Thema sind zwar die Sachbücher, aber ich werde mich ja um alles kümmern, das wird interessant. Auch die Online-Ausleihe ist ein spannendes Thema."

Jetzt muss sie sich erst mal reinfinden. "Große Pläne stehen erst mal nicht an. Es gilt, wieder Kontinuität einzubringen und dafür habe ich ja Zeit. Mein Ziel ist, auch in finanziell schwierigen Zeiten, zu beweisen, dass eine Stadtbücherei sich mehr als lohnt." Mit dem Sturm-erprobten Bücherei-Team und dem höchst engagierten Förderverein könne da nichts schief gehen, da ist sich Einig sicher. Eben diese Stürme haben die Besatzung der Stadtbücherei gut zusammengeschweißt, sagt Mitarbeiterin Brünig. Ein Erfolgsteam: 2010 hat man erstmals die Zahl von 100.000 Entleihungen geknackt. Diese Zahl konnte wohl auch im letzten Jahr gehalten und sogar noch gesteigert werden - der Jahresbericht wird nun erwartet. "Seit dem Umzug in den Sparkassenturm 2006 liegt die Stadtbücherei viel zentraler und das merken wir deutlich, auch an den Neuanmeldungen", so Brünig. Beliebt sind bei den Heiligenhausern übrigens vor allem die Bücher, die auf den Beststellerlisten zu finden sind. "Aktuell ist das zum Beispiel 'Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand'. Aber auch DVDs sind sehr beliebt."

(RP)
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