Ratingen : Neue Buslinie fürs Schwarzbach-Quartier

Ratingen : Neue Buslinie fürs Schwarzbach-Quartier

Beim Talk auf der Baustelle gab es viele Informationen. RP-Leser waren mit dabei. Das erste Baufeld ist 2021 fertig.

Eine ausgehobene Baugrube und ansonsten staubige Brachfläche – auf dem Gelände des zukünftigen Schwarzbach-Quartiers lässt sich derzeit nur anhand der Pläne erahnen, was dort entstehen wird. Um die Ratinger mitzunehmen auf dem Weg zum neuen Quartier auf dem ehemaligen Balcke-Dürr-Gelände, gab’s gestern eine Talk-Runde auf der Baustelle. Auf dem Podium: Klaus Pesch (Bürgermeister), Jochen Kral (Technischer Beigeordneter), Joram Szerkowski (Investor von Infrared) und Thore Marenbach (Entwickler Cube Real Estate). Sie stellten sich den Fragen von RP-Redaktionsleiter Norbert Kleeberg.

Eine frische Nachricht brachte Jochen Kral mit in die Runde. Eine neue Buslinie soll künftig in das Gebiet hineinführen, möglichst schon zum nächsten Fahrbahnwechsel der Rheinbahn. Außerdem soll nach der Sommerpause im Zuge der Umgestaltung des Kreuzungsbereichs Homberger Straße mit dem Umbau der Oststraße begonnen werden.

In welchem Zeitfenster es auf der eigentliche Baustelle weitergehen soll, erklärte Marenbach den Gästen, darunter auch geladene RP-Leser. Das erste Baufeld soll im Jahr 2021 in Betrieb gehen. Insgesamt ist mit einer Fertigstellung in vier Jahren zu rechnen. „Ein ambitionierter Zeitplan“, wie Marenbach erklärte. Allerdings hat für den Investor dieses Projekt auch absoluten Priorität. „Es ist eines der größten in Europa“, sagte Szerkowski.

Künftig sollen dort am Ost-Bahnhof 2000 bis 2500 Menschen arbeiten und im geplanten Hotel übernachten. Eine Zahl, die den Anwohnern Sorge bereitet, wie in der anschließenden Fragerunde deutlich wurde. Denn schon jetzt staut sich der Verkehr zu Spitzenzeiten, und tagsüber sind die Wohnstraßen von Einpendlern zugeparkt. Bürgermeister Pesch versprach, dieses Thema anzugehen. Die Hugo-Schlimm-Straße beispielsweise soll tagsüber abgeriegelt werden, nach Möglichkeit mit versenkbaren Pollern, damit die Anwohner trotzdem in die Straße hineinfahren können.

Anreize, um möglichst mit dem öffentichen Nahverkehr insbesondere mit der S-Bahn anzureisen, könnte ein zweiter Tunnel vom Bahnhof aus schaffen. „Wir planen das und haben Untersuchungen gestartet“, sagte Kral. „Aber man muss ein dickes Brett mit der Bahn bohren, wenn wir das umsetzen wollen.“

Während die Stadt an der Umsetzung der verkehrlichen Anbindungen arbeitet, geht der Projektentwickler verstärkt in die Vermarktung. Für das erste Baufeld seien 20 bis 25 Prozent der Fläche belegt. Der erste Mieter ist Boston Scientific.

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