St. Sebastianus in Ratingen: Neue Brauchtumsglocke ist im Domradio auf Sendung

St. Sebastianus in Ratingen: Neue Brauchtumsglocke ist im Domradio auf Sendung

Am Gründonnerstag fielen die Kirchenglocken in tiefes Schweigen. In der Osternacht erwachten sie dann wieder, mit Macht und nicht gerade kurz. Zum ersten Mal läutete offiziell die kleine Brauchtumsglocke namens St. Sebastianus. Vermutlich ihretwegen machten etliche Ratinger die Redaktion des Kölner Domradios auf das Geläut aufmerksam.

Die Rheinische Post hatte nämlich darauf hingewiesen, dass man, wie bei Hits so üblich, mit fleißigem Telefonieren in die Charts kommen könnte. Die meisten Melder waren dann auch aus Ratingen und sorgten dafür, dass am gestrigen Abend in der "Glockenreise" zwischen 18 und 20 Uhr die acht Ratinger Glocken eine ordentliche Rolle spielten. Den zweiten Platz (nach Anruferzahl) erzielten die Kölner. Immerhin ging es dort um den "Dicken Pitter", der gegenwärtig wegen Reparaturarbeiten schweigen muss.

Beim Domradio betreut, vornehmlich aus persönlicher Neigung, der Theologe Jan Hendrik Stens den großen Bereich Glocken, ihre Geschichte, die Geschichte ihrer Kirchen. Er hatte auch schon einen Mitschnitt aus Ratingen - allerdings ohne die Neuerwerbung. Also war er vor einer knappen Woche noch einmal hier und schnitt das sozusagen heimliche Läuten der Bruderschaftsglocke mit. Da Stens in seiner Sendung nicht nur Geläut und Geschichte vieler Glocken vorstellte, sondern auch einstimmende Musik verwandte, kann zur Zeit aus rechtlichen Gründen nicht die volle Sendung als Podcast gesendet werden.

  • Ratingen : Neue Glocke hängt in St. Peter und Paul

Auf Nachfrage aber erklärte er, dass bei angemessenem Interesse eine abgespeckte Version für einen Podcast möglich sei. - Eine neue Chance für interessierte Ratinger: Sie können also unter Telefon 0221-25 88 60, per Mail an studio@domradio.de oder per Post (Domkloster 3, 50667 Köln) noch einmal aktiv werden. Das war nicht der einzige Auftritt von Ratinger Glocken in den Medien: Josef Pietron erklärte bereits am Gründonnerstag in der Aktuellen Stunde des WDR, was es mit dem Beiern so auf sich hat und brachte in St. Jakobus d. Ä. in Homberg die Glocken dazu, "Bruder Jakob" zu singen.

Der Beitrag ist noch bis zum 5. April abzurufen. Vielleicht entwickelt sich nach dem ersten Rausch der große Hype um die kleine Glocke zum allgemeinen Interesse am gesamten Peter und Paul-Geläut. Und vielleicht schafft das dann auch mal samt der Kirchengeschichte den Eingang in das Glockenportal des WDR - hier ist Ratingen bisher ein weißer Fleck.

(gaha)
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