Nachdem die Telekom beim Internetausbau kaum hinterherkommt, verkabelt die KomMITT ganz Ratingen.

Internet: Lichtblick am Ende der Glasfaser

Nachdem die Telekom beim Internetausbau kaum hinterherkommt, verkabelt die KomMITT ganz Ratingen.

In der Dumeklemmerstadt dürften Hacker eher weniger Spaß haben: An vielen Ecken und Ende der Stadt tröpfelt es nur so aus der Internet-Leitung. Ein Blick auf die Abdeckungskarte der Telekom, die ihre alten Kupfernetze bekanntlich auch anderen Anbietern zur Verfügung stellt, offenbart eine Internet-Wüste. Flottere Alternativen gibt es zum Beispiel von Unity Media, die ihren Kunden übers TV-Kabel auch mit Internet, Radio und Telefonie versorgt und von der Stadtwerke-Tochter KomMITT. Die Ratinger verlegen seit Jahren mit Hochdruck ein eigenes Glasfasernetzwerk. Es war ursprünglich mal gedacht, um die vielen technischen Stationen der Stadtwerke aus der Ferne zu überwachen und zu regeln.

Damit füllen die Stadtwerker in Ratingen etliche Versorgungslücken der Telekom. Der ehemalige Bundesmonopolist baut seit einiger Zeit aber auch in Ratingen aus. Große Schaltkästen an manchen Straßenecken zeugen davon. Immerhin.

Näher dran am Kunden ist man offenbar bei der KomMITT. Sie verkauft ihr Glasfaserprodukt unter dem Markennamen Rapeedo und zeigt auf der Website den jeweils aktuellen Bauabschnitt an: Wer sich während der aufwändigen Leitungsverlegung anschließen lässt, muss für die Installation nichts zahlen.

Die Verlegung der Glasfaserkabel schreite voran, sagte Christian Reul, Leiter Marketing der KomMITT. Zurzeit gebe es mehrere Baustellen in der nördlichen Innenstadt. Die Nachfrage dort sei „sehr, sehr“ hoch, sagt Reul. Man habe auch in jenen Stadtteilen begonnen, wo der Bedarf besonders groß war - meist also Bereiche, die von der Telekom vergessen wurden.

Da die Kabel allesamt im Boden verlegt werden, und oft noch keine Leerohre vorhanden sind, zieht sich die Buddelei entsprechend hin. Der Plan sei, bis 2021 Ratingen komplett vernetzt zu haben. Auch bei entlegenen Wohnhäusern und Gehöften werde geprüft, ob eine Verlegung technisch möglich sei. Solche technischen Probleme würden einzeln gelöst.

Seit Beginn des Jahres biete die KomMITT noch höhere Geschwindigkeiten beim Internet an: bis 800 Mbit/s im Download und bis 400 Mbit/s im Upload. Das koste knapp 100 Euro und im ersten Jahr nur die Hälfte.

Wer noch bis 2021 warten muss, wird mit dem Blick auf die Seite eines Telekommunikationsanbieters nicht unbedingt getröstet: „An Deiner Adresse ist DSL mit bis zu 16 Mbit/s verfügbar.“ Stand: anno 2019. Ein Telekomkabel bremst auch die Konkurrenten aus.

So geht es bei der KomMITT weiter: Für das Jahr 2019 stehen die  Stadtteile Hösel und Eggerscheidt auf dem Plan, 2020 folgt Lintorf, und den Abschluss bilden Homberg sowie verfügbare Wohnkomplexe in West. Bevor ein Gebiet erschlossen wird, erfolgt eine Abfrage der Anwohner. Jeder Interessent kann eine Grundstückseigentümererklärung (GEE) abgeben, um sich seinen Glasfaserhausanschluss zu sichern.

Während eines Flächenausbaus ist der Hausanschluss im jeweiligen Gebiet nach Angaben der KomMITT kostenlos, unter der Voraussetzung des Abschlusses eines gültigen Vertrags über ein rapeedo Glasfaserprodukt. Die genauen Termine dazu werden individuell schriftlich mitgeteilt und können bei der KomMITT Ratingen erfragt werden.

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