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Nach Hanau: Fürbitten in Gottesdiensten in Ratingen

Ökumenische Erklärung : Nach Hanau: Fürbitten in Gottesdiensten

Katholische und evangelische Kirche reagieren mit einer ökumenischen Erklärung. Der Appell: Stimme erheben gegen Gewalt.

In mehrfacher Weise reagiert die evangelische Kirchengemeinde auf den Terrorakt von Hanau. „In den Sonntagsgottesdiensten wird es Fürbitten im Gedenken an die Opfer und deren Angehörige geben“, sagte Pfarrer Dr. Gert-Ulrich Brinkmann. Hierzu haben Superintendent Frank Weber und Kreisdechant Daniel Schilling in einer ökumenischen Erklärung aufgerufen.

Wie Brinkmann gegenüber unserer Redaktion sagte, gehen die Überlegungen in Ratingen noch ein Stück weiter. „Nach dem Anschlag auf die Synagoge in Halle vor wenigen Monaten hat das Presbyterium unserer Gemeinde sich mit einem Brief an die jüdische Gemeinde in Ratingen gewendet. Jetzt soll es einen vergleichbaren Brief an die Moscheegemeinde geben.“ Weit über den Tag hinaus setzt Brinkmann auf die Jugendarbeit in den Gemeinden, in denen das Thema „Rassismus“ in Diskussionen präsent ist. „Hier geht es darum, Vielfalt zu erhalten. Und es geht um eine solidarische Grundhaltung, die sich immer neu bewähren muss.“

In ihrer Erklärung nehmen Schilling und Weber Stellung: „Wir erklären unsere Solidarität mit unseren ausländischen Mitbürgern, Freunden, und auch den uns unbekannten und fremden Menschen hier im Kreis Mettmann, in unseren Städten, neben, vor oder hinter unseren Kirchen. Sie gehören fest zu unserem Gemeinwesen. Gerade in solchen Situationen ist es uns in ökumenischer Verbundenheit sehr wichtig, gemeinsam die Stimme gegen jede Form von Gewalt in unserem Land zu erheben. So können wir auf dem Hintergrund der Geschichte unseres Landes in solch schwierigen und bedrückenden Zeiten nicht schweigen.“

Zu Wort meldet sich auch der Vorsitzende des Ratinger Integrationsrates, Samuel Awasum. Er schreibt: „Die rassistisch motivierten Anschläge in unserem Land, wie nun in Hanau wieder geschehen, verunsichern zunehmend große Teile der Menschen mit Migrationshintergrund, so auch mich. Den Angehörigen der Opfer gehört mein und unser aller Mitgefühl. Der entstandene Zorn über diese Taten muss jetzt noch stärker in eine Motivation einmünden, solidarisch und gemeinsam mit allen demokratischen Kräften unsere Demokratie gegen diese rechtsradikale Vergiftung der Gesellschaft zu verteidigen.“

In einer persönlich gefärbten Erklärung reagierte am Freitag Bürgermeister Klaus Pesch: „Ich bin entsetzt und traurig über das, was in Hanau passiert ist. Zehn Menschen sind aus unserer Mitte gerissen worden, sie wurden völlig schuldlos Opfer von blindwütigem, sinnlosem Hass. Ich fühle mit den Angehörigen und allen, die um die zehn ermordeten Mitbürger trauern.“ Jede Gemeinschaft lebe von Rücksichtnahme und Solidarität aller gegenüber allen.