Voices : Musik-Festival steht auf dem Prüfstand

Am Donnerstag starten die Voices zum zehnten Mal: Der Druck auf die Veranstalter ist groß. Die Stadt gibt 20.000 Euro pro Jahr.

Droht dem Festival der Stimmen, das unter dem Titel „Voices“ firmiert, etwa der Abgesang? Niemand aus den Reihen von Kulturamt und der veranstaltenden Agentur „Sensitive Colours“ traut sich vor dem mit hohen Erwartungen beladenen Start am Donnerstag so richtig an diese Frage heran. Doch alle Beteiligten wissen: Im Jubiläumsjahr – das Festival wird zehn Jahre alt – steht die interessante Mischung aus Musik und Lesungen unter besonderer Beobachtung.

Bereits im vergangenen Jahr hatte man ein leises Murren aus den Reihen der Fraktionen vernommen, schließlich waren die Besucherzahlen im Stadttheater eher dürftig ausgefallen. Also musste ein neues Konzept her, das schließlich von der Politik abgesegnet wurde. Der städtische Zuschuss beläuft sich pro Veranstaltungsjahr immerhin auf 20.000 Euro.

Kritiker betonen, dass dieses Format nach all den Jahren nicht mehr die gewünschte Wirkung entfalte, andere wiederum betonen, dass gerade die Vielseitigkeit der Stimmen sehr gut zu einer Kulturstadt wie Ratingen passe.

Die Veranstalter gehen noch einmal in die Offensive: Aus Sicht von Festival-Macher Uwe Muth darf man sich auf ein höchst abwechslungsreiches Programm freuen, so auf kabarettistische Frauenpower von Gerburg Jahnke, die gerade für ihre Moderation der ARD-Kabarettshow „Ladies Night“ den Deutschen Comedypreis 2018 erhalten hat, sowie auf die stimmgewaltige Soul-Queen Deborah Woodson, auf virtuosen Jazz, preisgekrönten A-cappella-Sound, exotische Weltmusik-Klänge und ein Mitsingkonzert.

Und eine Premiere gebe es ja auch, so Muth. Das Eröffnungskonzert mit dem international bekannten Gitarristen Gregor Hilden und der US-Soul-Diva Deborah Woodson findet nicht im Stadttheater, sondern im Jugendzentrum „Manege“ in Lintorf statt.

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„Die Manege ist der Hotspot für junge Musikfans in Ratingen und Umgebung“, betont Muth, der künstlerische Leiter von Voices. Und er ergänzt: „Dort sind die Voraussetzungen für ein mitreißendes Konzert, bei dem die Leute leidenschaftlich mitgrooven können, einfach optimal.“

Beim Singabend mit der Sängerin Constanze Jung und dem Schauspieler und singenden Entertainer Nito Torres ist das Publikum eingeladen, kräftig mitzusingen, denn Singen soll ja glücklich machen. Unter der Überschrift „Alles außer Fußballlieder“ erwartet die Besucher am Freitagabend im Stadttheater ab 20 Uhr ein humorvolles Programm, bei dem die Stimmbänder zum Glühen gebracht werden sollen, so Muth.

Nach Eröffnung und Singabend findet am Samstag, 10. November, ab 19.30 Uhr in der Stadthalle der Höhepunkt von Voices statt: die traditionelle „Vocal Night“. Los geht’s mit der mongolisch-persischen Formation Sedaa, die den Zuhörer mit archaischen Klängen der mongolischen Musik auf eine akustische Reise entlang der Seidenstraße entführt. Gegen 21.15 Uhr betreten zwei Ausnahmemusiker die Bühne: Gitarrist und Sänger Peter Fessler, weltberühmt durch den 80er-Hit „New York, Rio, Tokyo“, begegnet dem begnadeten Perkussionisten Alfonso Garrido. Anschließend zündet die vielfach ausgezeichnete Vokal-Truppe Onair, die gerade den ersten Preis des „A-cappella-Festivals“ in Moskau gewonnen hat, ihr Pop-Show-Feuerwerk.

Zum Abschluss des Festivals lassen Gerburg Jahnke, Anna Basener und Sarah Bosetti beim „Ladies-Leseabend“ am Sonntag, 11. November, ab 18 Uhr das Festival bestimmt sehr amüsant ausklingen.

Fakt ist: Nach den Festival-Tagen wird es eine interne Analyse geben. Und dann wird sich entscheiden, ob die Voices auch im Jahr 2019 erklingen werden. Die Politik hat da ein Wörtchen mitzureden.