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Museumsnacht Neanderland 2021: Das ist das Programm für Nachtschwärmer

Kreis Mettmann : Das ist das Museumsprogramm für Nachtschwärmer

Mehr als 30 Einrichtungen im Neanderland machen bei der Museumsnacht am 24. September mit. Geboten wird viel Kunst, aber auch einiges für Familien mit Kindern. Der Eintritt ist frei.

Zu der Uhrzeit, wenn sie normalerweise meist schließen, locken am Freitag, 24. September, 32 Museen, Ausstellungsräume, Kunstvereine, private Sammlungen und naturkundliche Einrichtungen in zehn Städten des Neanderlands in ihr Haus – nicht die ganze Nacht, aber von 18 bis 23 Uhr. Teilweise sind die Museen und Gärten stimmungsvoll illuminiert und es gibt allerhand zu entdecken. Zugang gibt es allerdings nur unter Einhaltung der 3G-Regelung.

 „Nach dem langen Lockdown und den Unwägbarkeiten für Kultureinrichtungen in den zurückliegenden Monaten, die die häufigen Anpassungen der maßgeblichen Corona-Schutzverordnung mit sich brachten, laden jetzt viele Häuser im Neanderland zur Museumsnacht ein. Darüber freue ich mich sehr“, erklärt Kreisdirektor Martin M. Richter, der auch zuständiger Kulturdezernent ist.

Mit dabei ist unter anderem das QQTec Museum in Hilden. „QQTec“ steht für „Kunst, Kultur, Technik“. Das Museum präsentiert über 200 Geräte aus der Geschichte des Radios und des Schwarz-Weiß-Fernsehens von 1925 bis in die 80er-Jahre. Zu sehen gibt es unter anderem die ersten industriell gefertigten Radios, Volksempfänger bis zu den Nachkriegsmodellen mit magischem Auge und Elfenbeintasten. Bei der Museumsnacht sollen Filme die Frühzeit der Kinowerbung wieder erstehen. Als Gast wird der Ortsverbund Hilden im DARC (Deutscher Amateur Radio Club) dabei sein und Verbindungen mit der ganzen Welt in Bild und Ton herstellen.

 Um Puppen und andere Dinge der Kinder dreht es sich im Spielzeugmuseum.
Um Puppen und andere Dinge der Kinder dreht es sich im Spielzeugmuseum. Foto: Achim Blazy (abz)
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Im Haaner Ansichtskartenmuseum ist die Geschichte der Stadt anhand von mehr als 1000 Ansichten aus Haan und 180 Karten aus Gruiten Programm. Die Karten werden in 65 Ausstellungsrahmen aufbewahrt und nehmen die Besucher mit auf eine Reise entlang der Straße zwischen Hilden und Wuppertal, der heutigen B228. Dabei wird auch die städtebauliche Entwicklung Haans und Gruitens in über 100 Jahren sichtbar. Aber auch Ansichten aus Solingen, Hochdahl und dem Neanderland gibt es zu entdecken. Während der Museumsnacht kümmert sich Bernd Wodrich um die Besucher. Der Haaner hat die Ansichtskarten gesammelt und zeigt die Schau in vier Räumen seines privaten Museums an der Wilhemstraße.

 Evangelos Papadopoulos (l.) lässt im Stadtmuseum Ratingen ein Kunstwerk wachsen.
Evangelos Papadopoulos (l.) lässt im Stadtmuseum Ratingen ein Kunstwerk wachsen. Foto: Achim Blazy (abz)

Auf drei Etagen haben die Besucher des Ratinger Spielzeugmuseums die Möglichkeit, Spielzeug für Jungen und Mädchen aus früheren Zeiten zu sehen. In der aktuellen Ausstellung „Kinderträume“ geht es um Spielzeuge aus der Zeit von 1900 bis 1955. Darunter sind Pferdegespanne, Zinnfiguren, Kaufläden, Puppen, und vieles mehr, was Kinderherzen in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts erfreute. Während der Museumsnacht kann die Ausstellung im Trinsenturm nur bis 22 Uhr besucht werden.

 Zur Museumnacht sollen sich die Seilscheiben am Oberschlesischen Landesmuseum drehen.
Zur Museumnacht sollen sich die Seilscheiben am Oberschlesischen Landesmuseum drehen. Foto: OSLM

Ein abwechslungsreiches Programm für die ganze Familie erwartet die Besucher im Oberschlesischen Landesmuseum in Ratingen Hösel. Um 19.30 Uhr gibt es einen Vortrag von Thomas Heitele, Leiter des Käthe-Kruse-Puppen-Museums in Donauwörth, über die bekannte Puppenmacherin und Unternehmerin Käthe Kruse. Ab 20 Uhr wird das Spiel „Wer bin ich?“ gespielt. Beim Wissensquiz zur Sonderausstellung „Bewegte Leben“ können attraktive  Preise gewonnen werden. Im Außengelände wird ein Lagerfeuer zum gemütlichen Beisammensein aufgebaut. Es gibt schlesische Spezialitäten zum Probieren. Bei Einbruch der Dämmerung sollen auch die Seilscheiben aus einer schlesischen Steinkohlezeche, die die Silhouette des Museums prägen, zum Drehen gebracht werden.

Der Künstler Evangelos Papadopoulos steht inmitten seiner Ausstellung „Flow“ im Museum Ratingen, Grabenstraße 21, Rede und Antwort. Im Gespräch mit den Besuchern erläutert er seine raumgreifende Installation. Zudem geht er auf den Dialog mit anderen Künstlern ein, die im digitalen Bereich arbeiten. Bislang sind die Medienarbeiten von Dennis Rudolph und Diane Edwards in die Rauminstallation integriert. Außerdem wird um 18 Uhr, um 19.30 Uhr und um 21 Uhr jeweils eine Führung durch die Ausstellung „Der Traum vom Wohnen“ angeboten. Stündlich geht es ab 18 Uhr mit Kurzführungen durch die stadthistorische Dauerausstellung, welche die Geschichte Ratingens vom Mittelalter bis heute beleuchtet. Kinder ab sechs Jahren können zwischen 18 und 20 Uhr an einem Workshop zu Johann Peter Melchior, dem Porzellankünstler aus Ratingen-Lintorf, teilnehmen.  Im Foyer des Museums erklingt die Musik des Meinhard Siegle Trios, das die Freunde des Museums Ratingen zur langen Museumsnacht eingeladen haben.

Anders als im Programmheft ursprünglich angekündigt nimmt das LVR-Industriemuseum Textilfabrik Cromford nicht an der Museumsnacht teil. Nach der Veröffentlichung des gedruckten Programms hatte das Museum abgesagt.

Um unterschiedliche Vögel und den Wald geht es im Umweltbildungszentrum Heiligenhaus beziehungsweise im Waldmuseum Heiligenhaus. Während die Besucher im Umweltbildungszentrum Vögel selbst auf einer Holzscheibe gestalten können, erkunden sie am Waldmuseum insbesondere das Außengelände. Denn dort sind Tiersilhouetten im geheimnisvollen Klang des Paradieses stimmungsvoll beleuchtet. Das Waldmuseum hat allerdings nur bis 22 Uhr geöffnet.

Das Thema Beleuchtung spielt auch eine große Rolle beim Neanderthal Museum, während die Besucher dem Rätsel um das Leben Ötzis und seinen Tod auf den Grund gehen. Was verrät seine Kleidung, was erzählen seine Werkzeuge und Waffen und welche Geheimnisse gibt sein Körper preis? – Das thematisiert die Sonderausstellung „Ötzi – Tatort in den Alpen“. Das Museum mit der Sonderausstellung und dem Café haben während der Aktionsnacht geöffnet.

In knapp zwei Monaten wird wieder die 5. Jahreszeit im Rheinland eingeläutet – doch schon jetzt verspricht das Karnevalskabinett in Monheim spannende Anekdoten aus der Monheimer Karnevalszeit. Dazu laden zwei Führungen, um 18.30 und um 20.30 Uhr ein. Das Karnevalskabinett ist Teil der Mon-Chronik, einer Verknüpfung und Inszenierung von Geschichtsorten in Monheim am Rhein. Interessierte Besucher können den Gänsespuren im Stadtgebiet zu weiteren Stationen der Mon-Chronik folgen oder sich die interaktive Mon-Chronik-App auf das Smartphone laden.

Im Niederbergischen Museum in Wülfrath dreht sich beim Aktionstag alles um das Motto „Die Lust des Rad-Fahrens“. In seiner Sonderausstellung präsentiert das Museum historische Fahrräder aus dem 19. Jahrhundert, einige Kinderfahrzeuge und die Geschichte des Fahrrades. Ab 18 Uhr dreht sich speziell für Kinder alles rund ums Rad. Um 18.30 Uhr trägt Pfarrer Thomas Rehrmann seinen Reisebericht „Mit dem Liegerad ums Mittelmeer“ vor. Um 19 und 21Uhr beginnen Führungen durch die Schau.

Alle Veranstaltungen zur Museumsnacht sind unter www.neanderland.de/veranstaltungen, auf www.kreis-mettmann.de/Kultur-Tourismus-Freizeit/Kultur/neanderland-museumsnacht und auf den Websites der beteiligten Häuser abrufbar.