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Ratingen: Museums-Azubi erklärt die Kunst

Ratingen : Museums-Azubi erklärt die Kunst

Julia Ortmeyer macht im Museum Ratingen eine Ausbildung. Sie kümmert sich vor allem um Schülergruppen.

Wenn sie noch ziemlich jung sind, haben Kinder meist keine Vorurteile. Auch nicht, wenn sie ins Museum kommen und die gesammelte, die qualifizierte, die berühmte oder verachtete Kunst betrachten. Bei Erwachsenen sieht das manchmal ganz anders aus. Doch wenn sie denn überhaupt einmal im Musentempel auftauchen, sieht es gar nicht schlecht aus. Auch für sie gibt es Betreuung: Seit diesem Februar kümmert sich die neue Volontärin im Museum Ratingen auch um Besucher, die nicht mehr schulpflichtig sind: Julia Ortmeyer, 31 Jahre alt, will sich auch der Erwachsenen annehmen.

Geboren ist sie gar nicht weit von hier; ihre Kindheit und die Teenager-Zeit verbrachte sie in Heiligenhaus. Die drei letzten Gymnasialjahre absolvierte sie dann in Osnabrück, wohin die berufliche Tätigkeit des Vaters die Familie gebracht hatte. Das war auch die Zeit, in der sie sich Gedanken um die Berufsfindung machte.

Die Eltern, so erinnert sich Julia Ortmeyer heute, hätten sich nicht wirklich in die Suche nach einem anzustrebenden Job eingemischt. So begann sie dann auch mit einem Studium ins "Unreine". Sie schrieb sich bei den Juristen ein und trennte sich schon bald wieder von diesem Studienfach.

Sie schwenkte über zur Kunstgeschichte, wollte allerdings nicht ins Lehramt und war auch nicht unbedingt zielgerichtet unterwegs in Richtung Künstlerin. Wenngleich sie künstlerisch arbeitet.

Das Studium krönte sie mit Bachelor und Master. Aus dieser Zeit, die sie noch in Osnabrück verbrachte, ist ihr auch ihre ehemalige Kommilitonin Isabell Sehm erhalten geblieben. Die erinnert sich noch daran, dass Julia zwar der Malerei zugeneigt war, dass man sie während der Studienzeit meistens eher in der Druckgrafischen-Werkstatt als im Atelier antraf.

Und sie weiß bis heute, dass "man sich mit Julia stundenlang unterhalten kann: über Kunst, Mode oder die Dinge des Alltags. In diesen Gesprächen begleitet einen stets der einzigartige Humor von Julia, der ihr Markenzeichen ist. Aber auch über ernsthafte Themen kann man mit ihr sprechen, wobei sie Einfühlungsvermögen zeigt". Gute Voraussetzungen für mehr als einen unterhaltsamen Nachmittag.

Für Kita-Kinder und junge Schüler hält das Museum mancherlei an Weiterbildung und Unterhaltung bereit und kann sich auf einen guten Fundus immer wiederkehrender Gruppen verlassen. Für Schulklassen und Erwachsenengruppen bietet das Museum Ratingen auch jetzt individuell buchbare Führungen durch die aktuelle Ausstellung "Check-up. Die Sammlung mit ihren Neuzugängen" an. Dabei ist es sehr erfreulich, dass Führungen für Schulklassen grundsätzlich kostenfrei sind. Von der Malerei der 1950er Jahre über ZERO bis zu Gerhard Richter werden Tendenzen der abstrakten Malerei diskutiert und die Protagonisten mit ihren spannenden Biografien vorgestellt.

Julia Ortmeyer (Telefon 02102 5504184 oder per E-Mail zu erreichen unter julia.ortmeyer@ratingen.de) schwebt allerdings noch vor, dass man - für interessierte Erwachsene, die sich vielleicht etwas schwer tun mit der Moderne - auch noch ein spezielles Programm erarbeiten könnte. Es geht ja nicht darum, dass "große Leute" keine Ahnung von künstlerischen Ausdrucksformen hätten, sondern dass hier und da noch ein paar Informationen fehlen. Die neue Volontärin wird sicherlich helfen.

(gaha)