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Ratingen: Mit fairen Bällen kickt man besser

Ratingen : Mit fairen Bällen kickt man besser

Erster Test beim 27. Lintorfer Kindergarten- und Grundschulfußballturnier von Rot-Weiß Lintorf.

Die Stadt Ratingen hat sich als Fairtrade-Town beworben - und pünktlich zur Fußballweltmeisterschaft gibt es Bälle aus dem Fairen Handel im Ratingen-Design. Diese Bälle wurden jetzt beim 27. Lintorfer Kindergarten- und Grundschulfußballturnier getestet, zudem konnte man sich über die fairen Produkte informieren.

Fair play ist in den Kindern und Jugendlichen selbstverständlich - aber wie fair ist die Herstellung des "Hauptstars" beim Fußball? Denn eins ist sicher: Ohne Ball läuft da gar nichts rund. Viele hochwertige Bälle werden in Handarbeit in Pakistan hergestellt, und oft sind dort die Arbeitsbedingungen fragwürdig.

Bezahlt wird pro genähtem Ball, was für geübte Hände eine Arbeit von ein bis zwei Stunden bedeutet. Um genug Geld zu verdienen, arbeiten viele Näherinnen und Näher so viel, dass die Kinder die anderen familiären Aufgaben übernehmen müssen oder sich selbst überlassen sind. Fairhandelsorganisationen sorgen für höhere Löhne, bessere Arbeitsbedingungen und Schulbildung für die Kinder der Näherfamilien. Viele Ballhersteller führen mittlerweile Bälle aus dem Fairen Handel in vergleichbarer Qualität und Preislage wie Bälle aus herkömmlicher Produktion, teilte die Stadt mit. Daneben lohnt aber auch ein Blick auf die Welt der Sportbekleidung, denn auch hier haben die Verbraucher eine Wahl: Kleidung, von der man weiß, wo sie herkommt und hergestellt wird, oder Massenware aus unbekannten Herstellungsbedingungen? Hierüber austauschen konnten sich Interessierte in Lintorf an einem Infostand, den Susanne Hasselhoff, Pfarrerin der Evangelischen Kirchengemeinde Lintorf und Mitglied in der Steuerungsgruppe Fairtrade-Town-Ratingen, zusammengestellt hatte.

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Verlost wurde der faire Stadtball mit Ratinger Wappen und Silhouette. Zwei Jugendliche aus Lintorf, die alle Gebäude der Stadtsilhouette benennen konnten, freuten sich über einen gewonnenen Ball. Und auch Rot-Weiß Lintorf wird die fairen Bälle im Training testen.

Turnierorganisator Klaus Brügel freute sich über den neuen Testball für den Verein. Auch Lena Steinhäuser, die städtische Projektkoordinatorin Kommunale Entwicklungspolitik, ist sehr zufrieden und dankt Susanne Hasselhoff und RW Lintorf für die Unterstützung bei der Kampagne Fairtrade-Town-Ratingen, denn: "Ein notwendiges Kriterium für die erfolgreiche Bewerbung der Stadt ist das Engagement auch von Vereinen für den Fairen Handel." Rückblende:

Seitdem im vergangenen Jahr das Projekt Fairtrade-Town Ratingen gestartet war, konnten bereits alle fünf nötigen Kriterien zur Einreichung der Bewerbung um das Siegel erfüllt werden: Am 28. November 2017 erfolgte einstimmig der Ratsbeschluss. Ratingen entschied, den Titel Fairtrade-Town anzustreben.

Bei allen Sitzungen des Rates und der Ausschüsse sowie im Bürgermeisterbüro werden fair gehandelter Kaffee und ein weiteres Produkt aus fairem Handel verwendet.

Am 24. Januar 2018 wurde die sogenannte Fairtrade-Town-Steuerungsgruppe gegründet.

(RP/kle)