Ratingen : Mehr Zollkontrollen gefordert

Ratingen : Mehr Zollkontrollen gefordert

IG Bau: Nur ein kleiner Teil der 321 Firmen im Kreis Mettmann gerät ins Visier.

(RP) Schwarzen Schafen das Handwerk legen: Im Kampf gegen illegale Machenschaften auf dem Bau fordert die Gewerkschaft IG BAU mehr Zoll-Kontrollen im Kreis Mettmann. Obwohl die Zöllner einen Schwerpunkt auf die Branche legten, gerate nur ein kleiner Teil der 321 Baufirmen im Kreis ins Visier der Beamten, kritisiert Doris Jetten.

Die Bezirksvorsitzende der IG BAU Düsseldorf verweist auf eine aktuelle Statistik der Finanzkontrolle Schwarzarbeit (FKS). Im gesamten Bereich des Hauptzollamts Düsseldorf wurden demnach zwischen Januar und Juni 88 Bauunternehmen kontrolliert.

Dabei deckten die Beamten einen Schaden von rund 13,2 Millionen Euro wegen nicht gezahlter Steuern und Sozialabgaben auf. Dies geht aus einer Antwort des Bundesfinanzministeriums auf eine Anfrage der Arbeitsmarktpolitikerin Beate MüllerGemmeke (Grüne) hervor.

„Das Ausmaß des Steuer- und Sozialbetrugs zeigt, wieviel kriminelle Energie bei einigen Firmen am Werk ist“, betont Gewerkschafterin Jetten. Leidtragende seien nicht nur geprellte Bauarbeiter und der Staat, sondern auch sauber wirtschaftende Unternehmen im Kreis Mettmann.

Denn wer die Vorschriften umgehe, könne Bauvorhaben weitaus billiger anbieten als die Konkurrenz. „Hier hilft nur eine höhere Kontrolldichte durch den Zoll. Je größer die Gefahr, bei illegalen Praktiken erwischt zu werden, desto eher werden Firmen die Finger von Dumping-Angeboten lassen – und damit von Schwarzarbeit und Lohn-Drückerei.“

Ein entscheidendes Instrument, um einen fairen Wettbewerb und ein einheitliches Lohngefüge auf dem Bau zu sichern, seien die speziellen Mindestlöhne in der Branche, betonte die Gewerkschaft. Ihre Einhaltung wird ebenfalls vom Zoll kontrolliert.

Nach Informationen der IG BAU stattete der Düsseldorfer Zoll im ersten Halbjahr insgesamt 593 Firmen einen Besuch ab – darunter im Reinigungs-, Transport- und Gaststättengewerbe.

Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum stieg die Zahl der Kontrollen um 11,7 Prozent.