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Mehr Zeit zum Zuhören und Erzählen im Heiligenhauser Ludgerustreff

Heiligenhaus : Mehr Zeit zum Zuhören und Erzählen

Nach dem großen Erfolg im Vorjahr lädt der Ludgerustreff wieder zur Nostalgie ein.

Im vergangenen Jahr öffnete Ingrid Niering noch ganz vorsichtig die Tür des Ludgerustreffs für das Zuhören, das Erzählen und die Nostalgie – kleine Versuchsballons, wie sie selbst sagt. Mit dem ehemaligen Bürgermeister und Geschichte(n)erzähler Peter Ihle lud sie zu Bustouren über die Hauptstraße und damit in die Vergangenheit der Stadtgeschichte ein und mit Museumspädagogin Irina Wistoff zu Erzählzeiten und damit in die Vergangenheit der Besucher selbst.

Dass die Nachfrage für das gemeinsame Erinnern aber so groß sein würde, das lässt die Leiterin des Ludgerustreffs immer noch strahlen – in diesem Jahr gibt es gleich doppelt so viel Termine, von denen jeweils einer schon stattgefunden hat. Das Motto: „DAMALS – über das Alter mit Anektoden lebendig sinnieren“. So wird es am Montag, 20. Mai, die zweite Erzählzeit geben, in der es bei Kaffee und Kuchen Platz für die Erinnerungsschätze rund um das Thema „Frühling“ geben wird.

„Im Gegensatz zum Vorjahr haben wir dieses Mal Themenschwerpunkte“, kündigt Niering an und bittet um vorherige Anmeldung, da die Teilnehmerzahl begrenzt ist. So folgen am Montag, 8. Juli, 15 Uhr, die Erzählzeit zu den Lieblingsspeisen, und am Montag 25. November, wird über die Weihnachtszeit gesprochen. Beginn ist jeweils um 15 Uhr, der Teilnehmerbeitrag liegt bei fünf Euro. Die Erzählzeiten seien, so die Treff-Leiterin immer auch ein schöner Anlass neue Gesichter im Haus zu begrüßen, „so mancher hat den Ludgerustreff erst durch die Veranstaltungen kennen gelernt.“

Das Vorjahresmotto „Weißt du noch, wie es früher war“ ist dabei nicht nur bei den Erzählzeiten eigentlich immer noch ziemlich passend, auch bei den Busfahrten mit dem ehemaligen Bürgermeister Peter Ihle sind gefragt. „Eigentlich dachten wir bei dem Angebot an Neu-Heiligenhauser, gekommen sind dann viele Alt-Eingesessene“, sagt Ihle über das Angebot, das schnell ausgebucht war. Vorbereitet hatte Ihle eine Bus-Route mit Stationen an Häusern der Gründerzeit ab 1880 vom Ludgerustreff über den Ehemannshof und zurück zum heutigen Kiekert-Gebäude an der Ratinger Straße. Drei Kilometer auf denen es Anekdoten und Wissenswertes gibt. Und zwar so viel, dass man die Route auf halber Strecke beenden musste, weil die anberaumte Zeit zu Ende gegangen war. Es folgte eine weitere Tour und die Frage: „Warum vor uns kein anderer auf die Idee gekommen ist“, so Ihle und Niering.

Möglich macht das Angebot auch die Finanzierung des Kreises Mettmann für solche Begegnungsstätten, wie Martin Wildner, Abteilungsleiter Soziale Dienste für Senioren der Caritas, erklärt. Mit Vortreffen will man dabei die Themen der Route vorab schon einmal vertiefen. Nicht nur im Geschichts- und Gesangverein ist der 81-jährige Ihle fest in Heiligenhaus verankert, „das meiste über die Stadt habe ich als Bürgermeister gelernt.“ Aber er hat auch Kindheitsjahre hier verbracht, ist beispielsweise als Junge vorbei am Bösenhaus an der Kettwiger Straße durch den Matsch gelaufen. Das Besondere an den Busfahrten mit vielen alteingesessenen Heiligenhausern: Hier lernt auch er immer noch was dazu.