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Lintorf: Mehr Angebote für Jugendliche

Lintorf : Mehr Angebote für Jugendliche

Seit Monaten häufen sich Beschwerden über Personen im Stadtteil Lintorf, die nach Partys Müll und Sachschäden hinterlassen. Der Bezirksausschuss Lintorf/Breitscheid diskutierte jetzt über mögliche Lösungen.

Wie kann man einige Problemfälle in den Griff bekommen, ohne die große Mehrheit von friedlich feiernden Jugendlichen in Verruf zu bringen? Dieses Problem beschäftigt Polizei, Verwaltung und die Politiker des Bezirksausschusses Lintorf/Breitscheid schon seit einigen Monaten. Wie die RP berichtete, treffen sich in den Sommermonaten große Gruppen zumeist an der Skateanlage Am Weiher, um dort zu feiern. Das Problem: Ein harter Kern von fünf bis sieben Jugendlichen nutzt diese Gelegenheit, und hinterlässt Vandalismusschäden und Müllberge.

Frech und aggressiv

Die 16- und 17-Jährigen sind sowohl der Polizei als auch dem Jugendamt bekannt, wie die Polizei den Politikern jetzt mitteilte. Dabei würden die Jugendlichen allerdings selbst der Polizei gegenüber frech und aggressiv auftreten. Zudem seien die Polizisten immer wieder über den enormen Alkoholkonsum der Jugendlichen schockiert, die teilweise erst 14 Jahren alt sind. "Da geht es um das richtig harte Zeug, Schnapps und Ähnliches", erklärte der Beamte. Und auch Drogen scheinen eine Rolle zu spielen, wie Marion Ramrath vom Jugendamt erklärte.

Doch wie kann man dieses Problem angehen? Eine einfache und schnelle Lösung sei nicht zu erwarten, erklärten Jugendamt und Polizei übereinstimmend. Vielmehr müssten alle beteiligten Stellen mit Nachdruck an den Jugendlichen dranbleiben. "Wir kontrollieren weiterhin und wenn wir Straftaten beobachten, dann kommen die auch zur Anzeige", erklärte Ramrath.

Auch der städtische Ordnungsdienst ist in die Kontrollen eingebunden, Streetworker sind regelmäßig vor Ort, bauen Kontakte zu den Jugendlichen auf und versuchen, sie für Angebote im Jugendzentrum Manege oder anderswo zu interessieren. Auch die Suchthilfe der Diakonie sei inzwischen dabei, außerdem versucht das Jugendamt über die Eltern, auf die Jugendlichen einzuwirken. Dabei sei man allerdings auf die Bereitschaft der Eltern angewiesen, betonte Ramrath, diese sei aber nicht immer vorhanden. Um den Jugendlichen ab 14 Jahren mehr Möglichkeiten zu bieten, hat auch die Manege ihr Angebot erweitert.

Außerdem beschäftigte sich der Ausschuss mit der Neuaufstellung des Regionalplans. Dabei soll die Fläche zwischen Kalkumer Straße und Eichförstchen für Wohnbebauung genutzt werden, allerdings unter der Voraussetzung, dass ein möglicher Investor eine Verbindungsstraße zwischen Fliedner-Krankenhaus und der Kalkumer Straße baut. Wohnbebauung könnte auch zwischen Breitscheid Nord und Süd entstehen. Dabei soll eine Fläche ausgespart werden, die jetzt als Pferdeweide dient und unter der Gasleitungen verlaufen.

(cebu)