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Freizeit : Manuel Watson weiß, wie Feines schmeckt

Freizeit : Manuel Watson weiß, wie Feines schmeckt

„Tante Tomate“ bietet seit fast 20 Jahren Oliven, Käsecremes und andere Leckereien an. Hergestellt wird das Ganze in Borken.

Genau so ist es: Im Osten geht die Sonne auf. Und an der östlichen Seite des Marktes, da, wo man sich ihm von der Bechemer Straße aus nähert, da hat Manuel Watson seinen Stand und verbreitet sein Strahlen. Er tut es unter dem Namen „Tante Tomate“, der ohne Zweifel nicht seiner ist.

Dafür gehört der Name zu Renate Thesing, Chefin von 70 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die in ihrem Namen Feinkost verkaufen. Und der Name soll schließlich einem Kind entschlüpft sein, dass nicht „Renate“ hat aussprechen können und stattdessen „Tomate“ sagte.

Nun denn – Tomate steht für echt lecker, und die Tomatenleute bieten an 27 Standorten und auf neun Wochenmärkten zwischen dem Mutterhaus in Borken und Erkrath, zwischen Kempen und Ratingen ihre Ware an. In Ratingen auf dem Marktplatz und in Kaiserswerth tut es eben Manuel Watson, gut gelaunt und sachkundig hinter der gekühlten Theke eines der hübsch gestylten Wagen, die den Karren der urberlinischen Meierei Bolle aus der vorletzten Jahrtausendwende nachempfunden sind.

Das Angebot ist sehr wohl von heute und wird in Borken aus zugelieferten Grundstoffen frisch gemacht. Vor 31 Jahren gab es den ersten, den Tomaten-Vorgänger-Stand in Ratingen. Seit 19 Jahren liegt das Ratinger Marktgeschäft in den emsigen Händen von Manuel Watson. Und er sowie die feine Feinkost können sich schon seit 19 Jahren auf eine gediegene Stammkundschaft verlassen.

Ob es nun die eingelegten Leckerlis sind oder die abwechslungsreich gerührten Käsecremes und entsprechenden Frischeprodukte sind – drin ist nur das, was drin sein sollte, kein künstlicher Stoff, kein zusätzliches Aroma. Schwört Manuel Watson. Er verkauft fast zehnerlei Olivensorten, er isst selber am liebsten „den göttlichen Mozzarella“. Doch zwischen Marktöffnung und Feierabend am späten Mittag wird da nicht groß rumgenascht – bekommen höchstens die Marktbesucher mal was zum Probieren.

Immerhin ist das der beste Weg, sich eine Stammkundschaft aufzubauen, zu erhalten und zu zeigen, wie sehr Ratingen „geliiieeebt“ wird. Das muss stimmen, denn wer würde mehrfach pro Woche, und das seit fast zwei Jahrzehnten, morgens 80 Kilometer herfahren und mittags wieder 80 Kilometer zurück nach Borken?

Zu den angerührten und eingelegten Köstlichkeiten kommen dann auch noch ein reichhaltiges Angebot von Basis-Gewürzen, Gewürzmischungen sowie zweierlei Chips (mit den trefflichen Namen MarieJuana und Hans und Gloria).

Wer auf einen Wochenmarkt, auch in Ratingen, geht, um unerkannt in einem Minimum an Zeit ein Maximum hochwertiger Ware zu kaufen – der hat das Prinzip nicht begriffen. Er würde das wahrscheinlich (und hoffentlich) auch nicht in Spanien, Italien und Frankreich tun. Ihm sei Tante Tomate mit Manuel Watson anempfohlen. Der weiß nämlich, wie Markt geht.